Straßen-DM-Finale Hockenheim (Archivversion)

Siebenmal war Christer Lindholm schwedischer Meister. »Aber das kannst du nicht vergleichen. Bei uns zu Hause ist das Niveau nicht so hoch wie hier in Deutschland, in England oder Italien, das sind reinrassige Amateur-Serien«, relativiert der 30jährige, der wohl zur Zeit der einzige Skandinavier ist, der vom Motorradrennfahren leben kann, seine beeindruckende Titelsammlung. Und so ist der Superbike-DM-Titel für Lindholm twas ganz Sezielles. Nicht nur, weil er ihn auf seiner DNL-Ducati mit neun Einzelsiegen überlegen gewonnen hat, sondern auch, weil der Schwede sich 1994 ja schon einmal als Meister fühlen durfte, bis es dem deutschen Motorradsportverband OMK lange nach Ende der Saison endlich gelang, einen Rechtstreit zu beenden, welcher den Titel dann doch noch Udo Mark zusprach. So standen auf Lindholms DM-Konto bislang nur zwei Vizetitel, 1994 und 1995 mit Yamaha. Nicht gerade ideal für einen Menschen, der von sich verlangt, »daß es immer einen Schritt vorwärts geht«.Ob der sympathische Schwede, der auf der idyllischen Mini-Insel Gällstaö an der westlichen Peripherie von Stockholm lebt (ein ausführliches Porträt erscheint in Heft 24/1996), die Meisterschaft im nächsten Jahr auch verteidigen wird, ist noch nicht klar. Denn neben DM-Angeboten von Ducati und Suzuki lockt auch Ducati-Boß Claudio Castiglioni, der Christer Lindholm gern auf einer Werks-996 in der WM sehen würde, samt seinem kompletten DNL-Team. Und dies wäre tatsächlich ein, noch dazu recht großer Schritt vorwärts.

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