Straßen-DM-Finale Hockenheim (Archivversion)

Am Anfang war er der Buhmann bei den Superbikern, weil er die Streikbrecher-Front beim Nürburgring-Rennen im Mai anführte, und jetzt kann Bernhard Schick den DM-Titel in der Supersport 600-Klasse feiern. Diese beiden Ereignisse sind symptomatisch für die 1996er Saison des TÜV-Ingenieurs. Mit großem Elan in die Superbike-DM eingestiegen, betrieb er die Supersport-Rennen zunächst nur nebenbei. »Aber dann kam das Theater um das Nürburgring-Rennen«, denkt Schick zurück, »dazu kommt, daß du als Ducati-Privatteam schon für die Superbike-DM nicht mehr genügend Geld auftreiben kannst, um wirklich ernsthaft um die Spitze mitzufahren.« So legte der in Bayern wohnende Odenwälder gegen Mitte der Saison den Schwerpunkt auf die Supersport-Klasse, verzichtete zugunsten des DM-Laufes in Brünn auf die Superbike-Rennen in Zolder, und holte sich den Titel, wie es sich für einen bekanntermaßen sehr analytischen Menschen gehört. Den genauen Punktestand zwischen ihm selbst und seinem Meisterschaftskonkurrenten Ralph Stelzer sowie alle Eventualitäten stets abrufbar im Kopf, folgte Schick mit seiner Bohnhorst-Ducati der schwarzen UGT-Duc während den beiden letzten Rennen in Assen und Hockenheim wie ein Schatten und rollte beim Finale unmittelbar hinter Stelzer als neuer Meister über die Linie.Und vielleicht bleibt es für Bernhard Schick nicht der einzige Grund zu feiern. Denn Schicks Freundin Elli Bindrum liegt im Supermono-Europacup vor dem Finale in Albacete mit ihrer Werks-MuZ auf Platz vier, durchaus noch mit Titelchancen. Dort wird das Ergebnis der Analyse allerdings »Angriff« heißen müssen.

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