Straßen-DM in Zweibrücken und Hockenheim (Archivversion)

Jochen Schmid Show

Was gespielt wurde, bestimmte bei den ersten Rennen zur Pro Superbike-DM ganz klar der Mann in Grün, der Meister von 1995.

Die Hoffnung ist zurück bei den Grünen. Mit der 1997er Werks-Kawasaki ZX-7RR will Jochen Schmid nach zwei mageren Jahren seinen Angriff auf den Pro Superbike-DM-Titel wieder erfolgreicher gestalten.Beim Auftakt auf dem Flugplatz Zweibrücken wie eine Woche später auf dem kleinen Kurs von Hockenheim stellte Schmid sein edles Gerät auf die Pole Position. Sowohl in der regnerischen Westpfalz als auch in der kaum freundlicheren nordbadischen Spargelmetropole buchte der Schwabe jeweils einen Sieg und Rang zwei, was diwe Tabellenführung bedeutete. Dabei half ihm auch seine Ausrüstung: »Mit neu entwickelten Dunlop-Intermediate-Reifen kann ich auf abtrocknender Fahrbahn praktisch genauso schnell fahren wie mit Slicks.«Dies war bei nicht einzuschätzenden Wetterbedingungen wie im zweiten Lauf von Zweibrücken oder dem Zeittraining von Hockenheim die richtige Waffe gegen Meister Christer Lindholm und seine mit einem Werks-Motor aufgerüstete Yamaha YZF 750, wenn gleich der Schwede massive Ansprüche auf den DM-Hattrick anmeldete.Im ersten Rennen von Zweibrücken rang er seinen neuen alten Gegner im Nassen noch meisterlich nieder. Das zweite Rennen mußte Lindholm, mit Slicks gestartet, im aufkommenden Regen Intermediate-Magier Schmid kampflos überlassen. Er wurde nach dem wetterbedingten Abbruch nur Vierter.In Hockenheim halfen dem Nordmann höhere Mächte: »Der Sieg im ersten Rennen war Glücksache«, so Lindholm, »meine Reifen waren zu hart. Ich konnte anfangs mit Jochen Schmid und Udo Mark kaum mithalten. Am Ende ging es besser.« Zum Glück von Lindholm trug auch der zweitplazierte Jochen Schmid mit einem comedyfähigen Defekt bei: »An meiner Kawasaki ist der Sitz abgebrochen, rund um die Befestigungsschraube. Das war wie auf der Achterbahn.«Außer dem neuen Sitz hatte Schmid keinen Anlaß zu Änderungen und ritt im zweiten Rennen zu einem beeindruckenden Sieg. »Da war nichts zu machen«, erkannte der geschlagene Christer Lindholm, der selber mit den Reifenmischungen pokerte.Eine weitere Heldenrolle in der Schmid-Show besetzte Udo Mark. Nur einen Monat nach dem komplizierten Schien- und Wadenbeinbruch auf der Kenny Roberts-Ranch in Barcelona saß er in Hockenheim wieder auf seiner Suzuki. »Ich wollte schon in Zweibrücken fahren«, so der tapfere Ex-Meister, »aber Beinbrüche heilen langsamer als andere Knochen. Das Fahren geht besser, je schlechter die Wetterbedingungen sind. Da kommen die Bodenwellen nicht so hart durch. Am schlimmsten ist es in der Sachskurve, wo die Belastung auf dem verletzten rechten Bein liegt.« Ausgerechnet dort zwängte er sich in der allerersten Runde mit einen waghalsigen Manöver am zweitplazierten Lindholm vorbei. Bis ins Ziel reichte es zum dritten Platz - auch wenn er anschließend auf das Siegerpodest von seinen Konkurrenten Lindholm und Schmid getragen werden mußte. Rang vier im zweiten Rennen hinter Meklau forderte weniger Hilfeleistung.Besser zu Fuß waren in Hockenheim die Supersport 600-Helden Thomas Körner und Christian Kellner. Nach begeisterndem Zweikampf setzte sich Major Tom auf Kawasaki routiniert gegen den Suzuki-Vertragsfahrer durch und wiederholte seinen Sieg von Zweibrücken. Titelverteidiger Jörg Teuchert wurde mit leerem Yamaha-Tank auf der Ziellinie von Michael Schulten auf Suzuki auf Rang fünf gedrückt. Der war schon in Zweibrücken Zweiter und ist DM-Zweiter hinter Körner. Weniger Erfreuliches erlebten die MOTORRAD-Rennfahrer. Testchef Gerhard Lindner (Kawasaki) und Redaktionsneuling Markus Barth (Suzuki) stürzten beide unabhängig voneinander im Regen von Zweibrücken, jeweils in Führung liegend. Lindner kämpfte sich noch auf Rang neun vor, Barth gab auf. In Hockenheim wurde Lindner mit Motorproblemen Elfter, Barth nach Trainingssturz mit brummendem Schädel 15.125er Aufsteiger Alex Hofmann siegte überlegen in den 250er Rennen, in Zweibrücken vor dem finnischen Gast Ari Matikainen und Andreas Göbel, in Hockenheim vor Mike Baldinger und Meister Markus Ober, alle auf Honda.Die 125er DM führt mit zwei zweiten Plätzen Titelverteidiger Maik Stief an. In Zweibrücken wurde Stief von seinem Yamaha-Kollegen Oliver Perschke geschlagen. In Hockenheim dominierte Reinhard Stolz auf Honda. Die dritten Plätze teilten sich Hein Gericke-Junior Christian Gemmel in Zweibrücken und sein Vorgänger Klaus Nöhles, jetzt auf UGT-Honda, in Hockenheim.
Anzeige

Straßen-DM Zweibrücken und Hockenheim (Archivversion)

125 cm³Zweibrücken: 1. Oliver Perschke, 2. Maik Stief, beide Yamaha, 3. Christian Gemmel, 4. René Bachmann (CH), 5. René Schmidt, 6. Josef Lutzenberger, 7. Mario Oertel, 8. Dirk Reißmann, alle Honda, 9. Achim Kariger, Yamaha;Hockenheim: 1. Reinhard Stolz, Honda, 2. Stief, 3. Klaus Nöhles. Honda, 4. Bernhard Absmeier, Aprilia, 5. Perschke, 6. Dirk Heidolf, 7. Dirk Reissmann, beide Honda, 8. Gemmel, 9. Lutzenberger;DM-Stand: 1. Stief, 40 Punkte, 2. Perschke 36, 3. Stolz 31, 4. Gemmel 24;250 cm³Zweibrücken: 1. Alexander Hofmann, 2. Ari Matikainen (FIN), 3. Andreas Göbel, 4 . Mike Baldinger, alle Honda, 5. Mathias Neukirchen, Aprilia, 6. Uwe Bolterauer (A), 7. Marcel Ranacher, 8. Dirk Brockmann, 9. Denny Petzold, alle Honda;Hockenheim: 1. Hofmann, 2. Baldinger, 3. Markus Ober, Honda, 4. Neukirchen, 5. Gustavo Parolari (CH) Aprilia, 6. Adrian Schmidt, Honda, 7. Matikainen, 8. Thorsten Lackner, Aprilia, 9. Brockmann; DM-Stand: 1. Hofmann 50, 2. Baldinger 36, 3. Göbel 27, 4. Neukirchen 26;Supersport 600Zweibrücken: 1. Thomas Körner, Kawasaki, 2. Michael Schulten, 3. André Friedrich, 4. Alexander Schaden, alle Suzuki, 5. Jürgen Oelschläger, Honda, 6. Stefan Scheschowitsch, Suzuki, 7. Holger Röckl, Yamaha, 8. Rainer Jänisch, Suzuki, 9. Gerhard Lindner, Kawasaki;Hockenheim: 1. Körner, 2. Christian Kellner, Suzuki, 3. Harald Steinbauer, Kawasaki, 4. Schulten, 5. Jörg Teuchert, Yamaha, 6. Jänisch, 7. Scheschowitsch, 8. Volker Bähr, 9. Stefan Nebel, beide Kawasaki;DM-Stand: 1. Körner 50, 2. Schulten 33, 3. Steinbauer 21, 4. Kellner 20;SuperbikeZweibrücken: 1. Lauf: 1. Christer Lindholm (S) Yamaha, 2. Jochen Schmid, Kawasaki, 3. Roger Kellenberger (CH) Honda, 4. Kirk McCarthy (AUS) Suzuki, 5. Juha Berner (FIN) Kawasaki, 6. Andreas Meklau (A), 7. Horst Hadrawa, 8. Werner Dimperl, alle Ducati, 9. Frank Heidger, Kawasaki;2. Lauf: 1. Schmid, 2. McCarthy, 3. Kellenberger, 4. Lindholm, 5. Meklau, 6. Jonnie Ekerold (RSA) Kawasaki, 7. Samuel Truninger (CH) Yamaha, 8. Sebastian Vitzthum (A) Ducati, 9. Robert Hueber, Kawasaki;Hockenheim: 1. Lauf: 1. Lindholm, 2. Schmid, 3. Udo Mark, Suzuki, 4. Meklau, 5. Kellenberger, 6. Ekerold, 7. Ruben Xaus (E) Suzuki, 8. Berner, 9. Harald Kitsch, Kawasaki;2. Lauf: 1. Schmid, 2. Lindholm, 3. Meklau, 4. Mark, 5. Kellenberger, 6. Xaus, 7. Michael Rudroff, Ducati, 8. Berner, 9. Heidger;DM-Stand: 1. Schmid 90, 2. Lindholm 83, 3. Kellenberger 54, 4. Meklau 50.

Artikel teilen

Anzeige
Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote