Straßen-DM Speyer (Archivversion) Truck-Grand Prix

Eher massiven Kraftsportlern als leichtfüßigen Sprintern glichen die 47 mutigen Männer, die auf ihren neuen Supersport 750-Kisten beim Auftakt der neuen Cup-Klasse im Rahmen der DM-Rennen in Speyer um die 32 Startplätze kämpften. Dies hatte zwei Gründe: Erstens ist das Mindestgewicht mit 180 Kilogramm so hoch wie in sonst keiner Motorrad-Rennklasse und so der dezente Hinweis auf die schwerste Klasse im Automobilsport, die Racing-Trucks, durchaus zulässig. Und zweitens ist der Flugplatzkurs in Speyer, wo es fast ausschließlich auf Bremsen und Beschleunigung aus unteren Drehzahlen ankommt und von flüssigem Fahren keine Rede sein kann, nicht gerade ideal für Schwerathleten.So war es zwar nicht angenehmer für die 750er Supersportsfreunde, daß ihre kleine Brüder der 600er Klasse etwas flotter unterwegs waren. Aber Realisten hatten wenigstens schon vorher damit gerechnet.Das Rennen aber zeigte deutlich, daß auch Schwerathletik attraktiv und spannend sein kann. Dies lag hauptsächlich an MOTORRAD-Redakteur Gerhard Lindner. Der deutsche Supersport 600-Meister von 1992 startete mit seiner Suzuki GSX-R 750 katastrophal von der Pole Position, um dann den erstaunten Fans zu zeigen, daß man auch in Speyer fast überall überholen kann, sogar mit den zweirädrigen Renn-Trucks. Seinem brachialen Durchmarsch konnten nur Sieger Claus Ehrenberger sowie der dreifache Serienmeister Bernd Caspers, beide auch auf Suzuki, widerstehen, an denen der drittplazierte Lindner nicht mehr vorbeikam, weil er sich selbst wie die Reifen seiner GSX-R übermäßig stark beansprucht hatte.

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