Straßen-IDM auf dem Nürburgring (Archivversion) Kevin allein voraus

Drei Starts, drei Siege – Kevin Cur-tain, normalerweise in Diensten von Yamaha Deutschland bei den Rennen zur Supersport-Weltmeisterschaft unterwegs, brachte seinen Gastauftritt bei der Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft auf dem Nürburgring in bestmöglicher Weise über die Bühne. Dabei hatte er
auf der ihm unbekannten Eifel-Strecke im verregneten Training so seine Probleme, musste einmal aus dem Sattel und startete bei den Supersportlern deshalb nur von Position 15. Aber schon in der ersten Kurve hatte Curtain die Spitze übernommen: »Keine Ahnung, wie ich das geschafft habe«, grinste der Australier. Ganz ähnlich führte er sich bei den beiden Superbike-Rennen auf: Start-Ziel-Sieg in Rennen eins, in Heat zwei war er nur zu Beginn zwei Runden lang nicht ganz vorne. Im Ziel tauchte Curtain zweimal rund sechs
Sekunden vor seinem jeweils schnellsten Verfolger auf, den IDM-Routiniers Andy Meklau (37) respektive Michael Schulten (41). Die verzichteten auf übermäßige
Anstrengungen, Curtain Paroli zu bieten, denn der fuhr ja außer Konkurrenz mit und wird die IDM-Gemeinde dieses Jahr nicht mehr aufmischen. Obwohl er altersmäßig gut ins Bild passt: Curtain zählt auch schon 38 Lenze.
Die beiden jungen Superstock-EM-
Piloten von Yamaha Deutschland, Kenan Sofuoglu (20) und Didier van Keymeulen (21), waren wie Curtain erstmals bei der IDM am Start und taten sich in der Superbike-Konkurrenz schwerer. Sofuoglu stürzte im ersten Lauf und musste im zweiten mit gebrochenem Schalthebel aufgeben. Van Keymeulen reihte sich einmal als Zehnter, einmal als Vierter ein, wobei er Platz drei im zweiten Rennen an seinen Markenkollegen und IDM-Dauerstarter Philipp Hafeneger verschenkte – der Solinger bedankte sich artig.
Etwas weniger im Rampenlicht stand MOTORRAD-Testfahrer Markus Barth, der für den verletzten Volker Bähr im BMR-
Kawasaki-Team fährt. Nach einem heftigen Abflug beim Supermoto-Training ist je-
doch auch Barth nicht sonderlich gesund. Als Siebter und Zwölfter war er dennoch in beiden Rennen schnellster Kawasaki-Pilot, wobei er sich im zweiten Lauf vom letzten Platz in die Punkteränge kämpfte.
Unter die 18er-Marke drückte der 14-jährige Meik Minnerop mit Platz zwei den Alterschnitt auf dem 125er-Podest, wo er mit Sieger Michael Ranseder (18) und
Manuel Mickan (21) auftauchte. Fast so viel wie über Ranseders Sieg freute sich das KTM-Juniorteam über Stefan Bradls Entwicklungssprung. Der stürmte vom elften Startplatz aus sofort an die Spitze und führte das Feld sechs Runden lang souverän an, bis er ausrutschte. »Macht nichts«, winkte Teamchef Konrad Hefele ab, »Stefan überrascht mich. Damit hatten wir erst Ende des Jahres gerechnet.« Papa Bradl, der Ex-GP-Pilot, gab seinem 14-jährigen Sohn den Rat: »Einfach abhaken.« abs

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