Streckensperrung Neuffener Steige: Demo (Archivversion)

Ein hübsches Osterei hat das Straßenverkehrsamt des Kreises Aachen den Kradfahrern ins Nest gelegt. Anfang April sperrten die Bürokraten die Strecke zwischen Woffelsbach und Rurberg in der Nordeifel an Samstagen, Sonn- und Feiertagen. Die im Beamten-Jargon kurz »L 128« genannte »Kradfahrer-Rennstrecke«, die zunächst für ein Jahr dichtgemacht wird, war schon länger im Visier der Amtsschimmel. Denn Motorradfahrer schätzen, genau wie Autofahrer und Wanderer, den Charme des im Dreiländereck (Belgien, Deutschland, Niederlande) gelegenen Vulkangebiets mit seinen Wäldern, Stau- und Kraterseen, alten Wassermühlen, lauschigen Gaststätten und schönen Strecken zum Cruisen.Schon 1993 wurde auf der Strecke zwischen Steckenborn und Woffelsbach ein Überholverbot ausgesprochen. Die Statistik gab dem Straßenverkehrsamt recht: Die Zahl der Auto- und Motorradunfälle sank. Die Bretthart-Fraktion hinter den Stummel-Lenkern und sportive Autolenker ließen es jedoch weiter gewaltig krachen. Im wahrsten Sinn des Wortes. Klare Folge: 70-km/h-Limit für alle. Doch verstärkt beklagten sich Anwohner des Rursees über die Lärmbelästigung durch Motorradfahrer. Und jetzt griff das Straßenverkehrsamt zum drastischen Mittel, das dazu noch einseitig ist: Sperrung für Motorräder, Gespanne, Kleinkrafträder und Mofas. Einziger Lichtblick: Das rheinische Straßenbauamt soll Lärmpegelmessungen vornehmen. cla

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