Streckensperrung Rursee: Reportage und Interview (Archivversion) «Die Sache war überfällig. Es gab dort Rennen«“

Der Streckenbereich ab Eingang Woffelsbach bis Einmündung in die L 166 westlich vom Rursee ist für Motorräder gesperrt. »Probeweise für ein Jahr und nur an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen. MOTORRAD sprach mit Walter Theißen, Stellvertretender Amtsleiter, Arno Crombach, Verkehrsingenieur des Straßenverkehrsamtes Kreis Aachen und Hans-Josef Heinen von der Pressestelle Kreis Aachen .?Warum haben Sie die L 128 gesperrt?Heinen: Die Sache war überfällig. Es hat dort teilweise Rennen gegeben, mit Zeitnahme und Vergleichen untereinander. Wir als Straßenverkehrsamt haben damit eine Schutzmaßnahme ergriffen, die auch die Motorradfahrer schützen soll. Wir wollen denen das Motorradfahren nicht vergrätzen.Crombach: Wir haben ja zunächst versucht, über Geschwindigkeitsbeschränkungen und Überholverbote in das Geschehen einzugreifen. Aber es werden ja nicht nur Zielfahrten zum Rursee unternommen, sondern ab dem Kiosk am Obersee bis zum Parkplatz in Steckenborn Rennen veranstaltet. Damit werden nicht nur Motorradfahrer gefährdet, sondern auch unbeteiligte Dritte, die wir schützen müssen. Deshalb prüfen wir durch Sperrung am Wochenende, wo besonders großes Motorradaufkommen herrscht, ob sich eine Verbesserung der Situation ergibt.?Ist das der Beginn für weitere Streckensperrungen in der Eifel?Crombach: Es sind keine weiteren Sperrungen geplant. Wir wollen an diesem krassen Fall - 1995 hatten wir hier Unfälle mit zwölf Schwer- und drei Leichtverletzten - versuchen zu klären, ob die Sperrung zwischen den zwei Ortsbereichen Wirkung auf die Unfallzahlen hat. Theißen: Generell ist festzustellen, daß die Zahl der Unfälle mit Motorrädern im Einzugsgebiet des Rursees zunimmt. Auch auf der Strecke zwischen Mulartshütte und Lammersdorf (Hahnstraße) und auf anderen Landstraßen nimmt die Zahl der Unfälle zu. So hatten wir 1994 nur auf der L 128 genau 18 reine Kradunfälle mit acht Schwer- und zwölf Leichtverletzten. Dem müssen wir entgegenwirken. Das versuchen wir durch besondere Schilder für Motorradfahrer, die auf die Gefahren hinweisen.?Warum reden Sie nicht mit den wenigen Rasern und versuchen es mit Psychologie?Crombach: Die Polizei versucht durch verstärkte Geschwindigkeitsmessungen und Lärmmessungen die Sache in den Griff zu bekommen. Dabei wird sicherlich auch auf die besonderen Gefahren hingewiesen. Wir versuchen auch über Motorradclubs diese Informationen weiterzuleiten, aber wir erreichen halt nicht alle Motorradfahrer.?Welche langfristige Strategie verfolgen Sie mit der Streckensperrung?Crombach: Es ist nicht daran gedacht, die Strecke langfristig gesperrt zu halten. Wir müssen abwarten, wo die Unfallhauptursache liegt. Dann müssen wir im Gremium entscheiden, welche Maßnahmen richtig sind.?Ein Gerücht besagt, daß ein Anwalt namens Heidland, der in Woffelsbach ein Wochenendhaus besitzt, Einfluß auf den Regierungspräsidenten Antwerpes genommen haben soll. Stimmt das?Crombach: So wie Sie es schildern, ist das sicherlich ein Gerücht. Tatsache ist, daß Dr. Heidland sich auch an die Bezirksregierung gewandt hat, dort beklagt und auch in Fotos dokumentiert hat, wie sich hier das Kradverhalten darstellt, daß zum Teil bestehende Verkehrsregeln mißachtet werden. Er hat um Abhilfe gebeten, über die Bezirksregierung.

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