Streit um Grand Prix-Vermarktung (Archivversion) Schweizer Patent

Die Einheit zwischen der GP-Teamvereinigung IRTA, der spanischen TV-Agentur Dorna und ihrem damals noch selbständigen Ableger TWP, die 1991 zur Entmachtung des Welt-Motorradsport-Dachverbandes FIM führte, ist schon länger nur noch Historie. Nun aber droht ein Krieg um den Ende der Saison 1996 auslaufenden Vertrag zwischen Dorna, die im Besitz der von der FIM sanktionierten Veranstaltungs- und Vermarktungsrechte ist, und der IRTA, welche das komplette Starterfeld unter Vertrag hat.Weil Dorna-Direktor Carmelo Ezpeleta eine von der IRTA geforderte Erhöhung der Preis- und Spesengelder um 50 Prozent ablehnte, versucht die IRTA unter Anführung ihres Präsidenten, des Schweizer Geschäftsmanns Michel Métraux, die Flucht nach vorn. Métraux verhandelte schon seit September 1995 im verborgenen mit der ebenfalls in der Schweiz ansäßigen Sport-Marketing-Agentur ISL, die weltweit als die Nummer eins ihrer Branche gilt. Und zwar mit Erfolg. IRTA und ISL unterschrieben einen Zehn-Jahres-Vertrag, demgemäß sich IRTA verpflichtet, bei jedem GP mindestens 24 Fahrer in jeder Solo-Klasse an den Start zu bringen und ISL im Gegenzug die Gage zusichert, genau in der Höhe der IRTA-Forderung an die Dorna im übrigen.Dorna-Boß Ezpeleta spielt den Gelassen: »Wir haben die Rechte an der Motorrad-WM bis 2006, und deshalb wird sie ohne uns auch nicht stattfinden. Die IRTA kann nicht verkaufen, was sie gar nicht besitzt.« Was der Spanier aber nicht erwähnt: Die Banco di Santander, nach dem Zusammenbruch der ebenfalls spanischen Banesto Bank Eigner von Dorna, sucht seit über einem Jahr einen Käufer für die Agentur. Und das wissen auch Monsieur Métraux und die ISL.

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