Super Moto-DM in Assen/NL (Archivversion)

Böse Onkels

Vorbei ist´s mit dem Frieden im Super Moto-Lager. Harald Ott (1) und Meik Appel (2) streiten fortan nicht nur um den DM-Titel.

Es gibt Tage, an denen läuft einfach alles schief. Tage, an denen jeder Kontakt zur restlichen Welt unausweichlich im Streit endet. Der vorletzte Lauf zur Super Moto-DM im Rahmen des Superbike-WM-Laufs im niederländischen Assen muß so ein Tag gewesen sein.Titelverteidiger Harald Ott ärgerte sich zu allervorderst, weil ihm in dieser Saison bislang nur die Rolle des Jägers beschieden bleibt. Sieben Punkte trennten den 28jährigen Honda-Piloten aus dem Schwabenland von Erzkonkurrent und DM-Spitzenreiter Meik Appel auf der Kawasaki vor dem Ausflug in den Norden Hollands. Und deren sieben sollten es auch noch sein, als sich die beiden Kampfhähne nach insgesamt 30 Rennrunden über jeweils einen Kilometer des Asphaltbands samt 300 Metern im moorigen Sandboden im Innenfeld des Circuit van Drenthe wieder trennten. Deren sieben - plus zwei zerfetzte Lederkombis. Denn just als sich Herr Ott am Sonntag abend über seinen hauchdünnen Sieg vor dem grünen Jungen freuen wollte, bügelte eben dieser den Vorreiter breitseits nieder. Im Ärger über den so knapp verpaßten Triumph hatte der emotionale Meik nämlich mit beiden Fäusten auf den Tank getrommelt, ohne zu bemerken, daß die Startnummer eins mit gut 120 Stundenkilometer vor ihm in Richtung Boxengasse abbiegen wollte. Das Resultat: Wie gesagt zwei zerschürfte Lederkombis samt einigen Kilogramm verbogenes Alu und Plastik - und wie durch ein Wunder keine Verletzten. Böse war auch Gilles Salvador. Die Speerspitze von KTMs Kampf um den deutschen Super Moto-Thron ärgerte sich aber vor allem über sich selbst. Der ansonsten so versierte Franzose überschlug sich mit seiner Duke an einem zu eng angefahrenen Strohballen.Unzufrieden mit sich war auch sein Landsmann Boris Chambon. Der 20jährige Sonnenkönig in Diensten des deutschen Husqvarna-Importeurs holte für seine Verhältnisse relativ unspektakulär die Ränge drei und vier. Nur einer konnte sich freuen: Achim Trinkner. Der 24jährige Schwabe sah nach einer Knieverletzung und technischen Dauerproblemen an seiner Zweitakt-Honda endlich wieder Land. Über Rang drei am Samstag frohlockte der talentierte Youngster dermaßen, daß ihn selbst ein spektakulärer Highsider im zweiten Lauf nicht mehr die Laune verderben konnte.Gut gelaunt war auch der MSC Nordsaar, der gemeinsam mit MOTORRAD für die Super Moto-Würze im Straßen-Einerlei sorgte. Denn nach den Zuschauern zu urteilen, die nach den Superbikern auf die driftenden Kollegen warteten, haben sich noch mehr gefreut: Gut 90 Prozent der 31000 Fans wollten sich den Auftritt von Ott und Co. nicht entgehen lassen.
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Super Moto Assen (Archivversion)

1. LAUF: 1. Meik Appel. Kawasaki, 2. Harald Ott, Honda, 3. Achim Trinkner, Honda, 4. Boris Chambon (F) Husqvarna, 5. Gilles Salvador (F) KTM, 6. Stéphane Duchène (F) KTM, 7. Klaus Kinigadner (A) KTM, 8. 7. Frank Lach (NL) KTM, 9. Toni Sedlacek, Honda, 10. Thomas Strauss, Kawasaki;2. LAUF: 1. Ott, 2. Appel, 3. Chambon, 4. Duchène, 5. Kinigadner, 6. Mika Sironen (SF) Kawasaki, 7. Beat Gautschi (CH) KTM, 8. Lach. 9. Claus M. Nielsen (DK) KTM, 10. Patrick Nußbaum Kawasaki; Stand Int. Deutsche Meisterschaft (nach 10 von 12 Läufen):1. Appel 154 Punkte, 2. Ott 147, 3. Salvador 128, 4. Chambon 124, 5. Kinigadner 116, 6. Duchène 86, 7. Trinkner 77, 8. Künzel 70, 9. Gautschi 65, 10. Lach 61.

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