Super Moto-DM in Harsewinkel (Archivversion)

Nords-Gaudi

Ein neuer Name sorgt für Stimmung in der Super Moto-DM. Der Finne Mika Sironen bremste in Harsewinkel die arrivierten Stars ein.

Die Sonne brannte erbarmungslos auf das imposante Langbahnoval im niedersächsischen Harsewinkel - und doch schien mitten im Hochsommer bereits ein gewaltiger Herbststurm die Rangordnung in der Super Moto-DM kräftig durcheinanderzuwirbeln. Eine steife Brise aus dem hohen Norden, ein frischer Wind in jeder Beziehung: Mika Sironen. Der Finne, im richtigen Leben Briefträger in einem Städtchen etwa 200 Kilometer nördlich von Helsinki, düpierte sie allesamt. Die ganze versammelte Drifter-Oberschicht. Mit Platz zwei und einem Sieg auf der reizvoll kombinierten Strecke, die aus einer dreiviertel Runde Sandbahn und einer Kart-Piste in deren Innenraum bestand.Wie beispielsweise Monsieur Chambon. Der 22jährige DM-Tabellenführer aus Avignon brachte mit seinen 58 Kilogramm Lebendgewicht schon in den vergangenen Jahren nicht viel Traktion auf das schlüpfrige Sandbahnoval. Wäre Platz fünf im ersten Heat nicht Schaden genug, nutzte der Niederländer Frank Lach im zweiten Umlauf besagte Haftungsbeschränkung und schubste den Husky-Piloten endgültig von der Piste.Etwas besser erging es Chambons Teamkollege Meik Appel. Platz acht und vier darf der sanftmütige Wolfsburger in seinem aktuellen Formtief bereits als Erfolg werten. Was für den Auftritt des Dritten im Husky-Bunde für seinen Auftritt in Harsewinkel nicht gelten sollte. Jürgen Künzel, nach seinen Siegen in Heilbronn und Schaafheim der Überraschungsmann der Saison, mußte sich im niedersächsischen Rund an vergangen geglaubte Zeiten erinnern. Rang zehn in Lauf eins und der allzufrühe Abgang durch einen Sturz beim Start im zweiten Durchgang verbannten den designierten Juniorchef vorerst mal wieder auf die etwas billigeren Plätze. Ganz vorn mischte der famose Auftritt des 29jährigen Sironen, der nach einer schweren Schulterverletzung beim DM-Auftakt in Schaafheim im Mai die letzten drei Monate mit gebremstem Elan antreten mußte, die Karten neu. Wovon vor allem der nimmermüde Franzose Gilles Salvador profitieren sollte. Der 38jährige Evergreen ließ sich die Erfahrung aus gelegentlichen Short Track-Abstechern in seiner zwanzigjährigen Laufbahn vor den 5000 Augenpaaren in Harsewinkel vergolden und blieb zumindest im ersten Lauf der einzige, der Sironens Driftkünsten toppen konnte. Wovon ihn einen Lauf später ausgerechnet Teamkollege Klaus Kinigadner abhielt. Der fidele Österreicher nutzte den Widerstand eines Überrundeten, um den schon entschwundenen KTM-Kollegen erst ein- und dann zu überholen.Was sich sogar der amtierende Drifter-Vorstand Harald Ott des öfteren gefallen lassen mußte. Trotz passabler Starts sprangen nicht mehr als die Plätze vier und sechs heraus - womit sich der Schwabe jedoch problemlos den aktuellen zweiten Tabellenplatz sichern konnte. Und keiner weiß besser als das ausgebuffte Multitalent, daß am 6. September beim DM-Finale in Zweibrücken die Winde plötzlich auf Süd drehen könnten.
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Ergebnisse (Archivversion)

1. Lauf:1. Gilles Salvador (F) KTM, 2. Mika Sironen (SF) Kawasaki, 3. Klaus Kinigadner (A) KTM, 4. Harald Ott Honda, 5. Boris Chambon (F) Husqvarna, 6. Beat Gautschi (CH) KTM, 7. Achim Trinkner Honda, 8. Meik Appel Husqvarna, 9. Stéphane Duchène (F) KTM, 10. Jürgen Künzel Husqvarna;2. Lauf:1. Sironen, 2. Kinigadner, 3. Salvador, 4. Appel, 5. Duchène, 6. Ott, 7. Frank Lach (NL) KTM, 8. Dirk Spaniol Honda, 9. Jürgen Tielmann ATK, 10. Toni Sedlacek KTM;DM-Stand nach vier von sechs Veranstaltungen:1. Salvador 113 Punkte, 2. Ott 111, 3. Kinigadner 108, 4. Chambon 102, 5. Künzel 93.Stand Super Moto-Cup nach fünf von sieben Veranstaltungen: 1. (Cupsieger) Jens Hainbach Husqvarna 100 Punkte, 2. Matthias Schwarzwälder Husqvarna 53, 3. Oliver Springer KTM 46, 4. Frank Lorenz Husqvarna 39, 5. Axel Süß KTM und Oege de Jong (NL) KTM je 34.Super Moto Harsewinkel im DSFSamstag, 29. August 17 UhrSonntag, 30. August 20 Uhr

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