Superbike-WM 2000: Vorschau (Archivversion)

Kellner Schnellster bei Supersport-WM-Tests

Aufgrund der Papierfrom favorisiert waren die optisch nur wenig, technisch aber stark überarbeiteten Ducati 748 R sowie die die komplett neuen Kawasaki ZX-6R für die Supersport-WM-Saison 2000. Die Roten und die Grünen bestimmten auch die offiziellen Vorsaisontestfahrten im spanischen Valencia - bis ein junger Mann aus Oberbayern die Neuheiten-Messe beendete.Christian Kellner aus dem zu Alpha Technik-Yamaha umfirmierten bisherigen Yamaha Deutschland-Team unter der Leitung von Udo Mark zeigte mit seiner Bestzeit, dass die schon ein Jahr alte Yamaha R6 auch weiterhin Plätze an der Sonne ermöglicht. Bestätigt wurde die Alpha Technik-Crew durch Kellners Teamkollegen Jörg Teuchert, der am Ende der dreitägigen Testfahrten die viertbeste Zeit auf dem Konto hatte.Teamchef Udo Mark lässt sich von den hoch gewetteten Neukonstruktionen in Rot und Grün nicht beeindrucken: »Unsere Yamaha R6 wurden für die Saison 2000 sehr sinnvoll weiterentwickelt. Sie sind jetzt deutlich stabiler, ohne nennenswert an Handlichkeit einzubüsen«, so der Ex-Rennfahrer, »das Fahren wird dadurch, ja man kann es durchaus so sagen, komfortabler für den Piloten.«Yamaha geht auch in diesem Jahr wieder einen eigenen Weg ohne echtes Werksteam im Kampf um den Supersport-WM-Titel. Dafür stehen gleich sechs Fahrer parat : neben dem Alpha Technik-Duo die niederländischen Dee Jee Jeans-Truppe mit Christer Lindholm, dem deutschen Superbike-Meister aus Schweden, und Altstar Wilco Zeelenberg, der sich jedoch in Valencia einen Beckenbruch zugezogen hat, sowie das Team des italienischen Yamaha-Importeurs Belgarda mit Jamie Whitham und Massimo Meregalli.Kawasaki hat wie Ducati, sein Werks-Team erweitert. Iain McPherson, der schottische Vizeweltmeister in Grün, bekam Verstärkung vom anderen Ende der Welt. Der 21-jährige Andrew Pitt ist australischer Supersport-Meister und Superbike-Vizemeister 1999, und konnte in Valencia als Neuling außer Kellner schon alle hinter sich lassen.Von Gelb zu Rot wechselte Ducati-Teamchef Davide Tardozzi die Farbe seiner Supersportler und gesellte zum pfeilschnellen, aber nicht immer sattelfesten Paolo Casoli den 22-jährigen Katalanen Ruben Xaus, der durchaus in ähnlichem Rufe steht.»Never change a winnig team« hieß dagegen die Maxime bei den Weltmeistern. Titelverteidiger Stéphane Chambon und der demnächst 40-jährige Evergreen Fabrizio Pirovano sollen den Titel zum dritten Mal in Folge ins Alstare Corona-Suzuki-Team holen. Wobei die GSX-R 600 inzwischen das älteste Motorrad im Feld ist.Das offizielle Castrol-Honda-Team setzt auf den großen Sprung ihrer 1999 unter Wert geschlagenen CBR 600 mit Routinier Pere Riba und dem japanischen Youngster Shinya Takeishi. Hausinterne Konkurrenz droht allerdings von Honda France-Fahrer William Costes. Rundenzeiten: 1. Christian Kellner (D) Yamaha, 1.39,447 min, 2. Andrew Pitt (AUS) Kawasaki, 1.39,549, 3. Paolo Casoli (I) Ducati, 1.39,669, 4. Jörg Teuchert (D) Yamaha, 1.39,886, 5. Pere Riba (E) Honda, 1.39,925, 6. Ruben Xaus (E) Ducati, 1.40,024, 7. Karl Muggeridge (AUS) Honda, 1.40,068, 8. Stéphane Chambon (F) Suzuki, 1.40,148.

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