Superbike-WM Albacete/E (Archivversion)

Supersport 600Lotto-King PiroVöllig auf ihre Intuition mußten sich die Supersport 600-Piloten beim Weltcup-Rennen in Albacete verlassen. Denn just zum Start hatten sie Bedingungen, die Rennfahrer zum Wahnsinn treiben können: eine noch feuchte, aber schon abtrocknende Piste, keinen Regen mehr, dafür massenweise dunkle Wolken am Himmel.Zunächst sah es aus, als ob die Regenmänner auf ihren stark profilierten, weichen Gummis die Oberhand behalten könnten. Der einheimische Ducati-Fahrer Pere Riba setzte sich sukzessive vom Feld ab, während weit abgeschlagen auf Rang 15 Suzuki-Werksfahrer Fabrizio Pirovano mit seinen für eher trockene Fahrbahn gedachten Reifen seinen Vormarsch begann. Nach zwölf von 20 immer trockeneren Runden schnappte die Falle zu. Pirovano war an Riba vorbei und zu guter Letzt pfiif Pirovanos Teamkollege Stéphane Chambon von noch weiter hinten auch noch am armen Riba vorbei zum Doppelsieg für das Corona-Alstare-Suzuki-Team.Einziger Deutscher im Ziel war MOTORRAD-Redakteur Gerhard Lindner auf Kawasaki als 18.Der starke und mutige Auftritt des Kawasaki-Juniors Stefan Nebel mit einer Mischbereifung - vorn Regen/hinten trocken - wurde nicht belohnt. In der letzten Runde schon auf Rang acht vor Titelverteidiger Paolo Casoli, rutschte das Vorderrad weg, und der 17jährige stürzte.SupermonoHaarscharfNach dem fast schon deklassierenden Sieg von Monza hatte Katja Poensgen im Supermono-Europacup-Rennen von Albacete mehr zu tun. Nach sehenswerter Auseinandersetzung mit dem Briten Steve Ruth (Tigcraft-Yamaha) siegte sie auf BMR-Suzuki mit nur wenigen Zehntelsekunden Vorsprung.HandbremseGefühlsacheAuch in der Superbike-WM breiten sich die Handhebel für die Hinterradbremse aus. Die Ducati-Fahrer Troy Corser und Gregorio Lavilla gehören ebenso zur Handbremsfraktion wie Kawa-Mann Neil Hodgson, Suzukis Peter Goddard und - schon einige Zeit länger als die anderen Superbiker - Alt-Meister Scott Russell. Dazu gibt es noch das kombinierte Bremssystem der Werks-Honda, das vom Standard-Handhebel vorn und hinten angesteuert wird. Die Bremskraftverteilung wird dort neuerdings computergesteuert.Interessant sind die Beweggründe der Fahrer. Corser und Lavilla behaupten einfach, mit dem Handhebel die Bremswirkung besser dosieren zu können, während Hodgson ohne den Handhebel «niemals auf die Idee gekommen wäre, überhaupt hinten zu bremsen«. Am weitesten aber geht Scott Russell: »Ich kann mit dem Handhebel die Hinterradbremse am Kurvenausgang so dosieren, daß ich das durchdrehende Hinterrad besser kontrolliere.« Die ganze Formel 1-High tech von McLaren-Mercedes also in der linken Hand.Suzuki TL 1000 RDebüt bei DMAm 13./14. Juni soll beim Pro Superbike-DM-Rennen in Oschersleben erstmals in Europa ein Suzuki TL 1000 R-Zweizylinder-Superbike rennen. Eingesetzt wird die Maschine, die weitgehend dem beim US-Tuner Yoshimura entwickelten Werks-Zustand entspricht, in Zusammenarbeit mit Suzuki Deutschland vom Corona-Alstare-Team. Fahrern wird der Belgier Stéphane Mertens, Superbike-Vizeweltmeister 1989. Eine eigene »deutsche« TL soll 1999 parallel zur GSX-R 750 in der DM eingesetzt werden, dann mit einer Einspritzanlage des bayerischen Spezialisten Rupert Baindl.

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