Superbike-WM Donington/GB (Archivversion)

Super Pole Schnee-SturmDie Meinungen der Superbike-WM-Piloten gehen auseinander über das neuartige Einzelzeitfahren der 16 Schnellsten aus dem Zeittraining, das zur Ermittlung der Startpositionen in den ersten vier Reihen und vor allem zu Erbauung der TV-Zuschauer abgehalten wird. Im österlichen Donington Park aber kam noch ein ganz neuer Faktor in die Diskussion - der Winter. Nach sechs Fahrern mußte die Super Pole-Show abgebrochen werden, weil ein formidabler Schneeregen über die Strecke gekommen war. »Ich bin 20 Minuten vor dem Start zur Rennleitung gegangen, um die Sache abzublasen«, erklärte der Trainingschnellste Troy Corser, bekanntermaßer ein erbitterter Gegner der Super Pole, »es war klar zu sehen, daß das Wetter immer schlechter wird. Aber sie haben nicht auf mich gehört.«Kawasaki-Werksfahrer Neil Hodgson wählte stärkere Worte: »Jetzt fahren wir erst zum zweiten Mal Super Pole, und schon ist das Desaster da. Ich will das alte System wieder haben.«Suzuki-DealEntwicklungshilfeSuzuki Deutschland erlebte zwar sportlich und personell ein eher unangenehmes Donington-Wochenende. Stammfahrer Udo Mark konnte wegen seiner Verletzung (siehe Interview Seite 229) nicht fahren. Sein Ersatzmann, der 250er Ex-Meister Michael Schulten, stürzte mit der neuen Einspritzer-GSX-R 750 schon in freien Training. Und zu allem Überfluß legte sich der Bergbauhydrauliker aus dem Ruhrpott im Zeittraining mit dem 1997er Vergaser-Motorrad noch mal in den mittelenglischen Rasen. Danach waren zwei Lederkombi und zwei Helme sowie Schultens Hand lädiert. Er konnte nicht starten. Zwischenzeitlich war auch Katja Poensgen im Rahmenprogramm auf der Supermono-Suzuki gestürzt und hatte sich die linke Hand gebrochen. Dennoch war ihr Vater, Suzuki-Vertriebschef Bert Poensgen, nicht allzu schlechter Laune: »Wir sind von allen Suzuki-Rennteams weltweit am weitesten mit der Einspritzer-Entwicklung und haben jetzt hier in Donington eine Vereinbarung mit dem WM-Werks-Team von Lester Harris getroffen, daß die Engländer unsere Einspritzung übernehmen werden und damit natürlich in die Finanzierung mit einsteigen.«Schmid fehltPost-Versagen?Die Abwesenheit von Jochen Schmid beim Europa-Auftakt der Superbike-WM-Saison hatte höchst eigenartige Gründe. »Der Deutsche Motor Sport Bund behauptet, meine Nennung für Donington und die anderen WM-Rennen nie bekommen zu haben. So wurde ich nicht auf die Grading-Liste gesetzt. Ich kann das alles nicht glauben. Ich habe mehrfach mündlich gegenüber den DMSB-Leuten klar gemacht, daß ich WM-Rennen fahren will. Und die wundern sich nicht ein bißchen, wenn von mir nichts vorliegt. Wenn wirklich die Post schuld sein soll, haben die Leute in Frankfurt trotzdem geschlafen«, kritisierte der Kawasaki-Pilot.Supersport 600Meister-StückWenn auch mit nur drei Zehntelsekunden Vorsprung, aber dennoch sehr überzeugend holte Titelverteidiger Paolo Casoli den Sieg beim Auftakt zum Supersport 600-Weltcup in Donington Park. Das ganze Rennen über von seinem Ducati-Werksfahrer-Kollegen Yves Briguet aus der Schweiz massiv unter Druck gesetzt, hatte der routinierte Italiener für die letzte Runde noch ein Trumpf im Ärmel. Schon zu Beginn des Finales setzte er sich um einige Meter von Briguet ab, die entscheidend waren, damit eventuelle Brachial-Manöver, zu denen in Donington die letzten drei Kurven nachgerade einladen, erst gar nicht entstehen konnten.Dritter wurde Yamaha-Werksfahrer Masimo Meregalli vor seinem Teamkollegen Vittoriano Guareschi.

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