Superbike-WM in Assen/NL (Archivversion) wechselSpiel

Das Ducati-interne Wechselspielchen an der Tabellenspitze der Superbike-WM setzte sich auch in Assen fort. Der Brite James Toseland aber erledigte die Übernahme der WM-Führungsarbeit von Régis Laconi endlich einmal halbwegs standesgemäß – als Sieger im ersten Rennen.
Superbike-Shootingstar Chris Vermeulen konnte ausgerechnet beim Heimspiel für sein niederländisches Ten-Kate-Honda-Team nicht ganz mithalten und verlor mit Rang fünf zunächst etwas an Boden in der WM-Tabelle.
Das zweite Rennen sah dagegen einen völlig anderen Vermeulen. Allein in der letzten Runde wechselte die Führung zwischen ihm und Toseland, der wild entschlossen war, sich im beginnenden WM-Endkampf etwas Luft zu verschaffen, fünfmal.
Die wildeste Aktion bot dabei Vermeulen, der, vielleicht überrascht von Toselands schnellerer Linie auf der Innenbahn einer der Assen-typischen, leicht überhöhten Kurven, reflexartig zurückschlug. In der folgenden Rechtskurve hatte Ducati-Held Toseland zwar bereits sauber die Ideal-
linie am Kurvenscheitelpunkt abgedeckt, der junge Herr Vermeulen aus Australien jedoch fuhr einfach noch weiter nach innen und passierte den verdutzten Briten – auf den Kerbs.
Selbst in der Zielschikane, dem klassischen Showdown-Treffpunkt von Assen, traute sich Toseland keinen Angriff mehr. Vermeulen blieb mit dem Heimsieg für ten Kate in der WM-Tabelle auf Schlagdistanz. Er liegt nur drei Pünktchen zurück.
Die Supersport-WM-Fahrer dagegen zeigten den Schikanen-Showdown-Klassiker. Die beiden Honda-Fahrer Karl Muggeridge und Sébastien Charpentier waren schon durch in Richtung Ziellinie, als der viertplatzierte Ex-Weltmeister Andrew Pitt, als Wild-Card-Fahrer für Yamaha-Italia unterwegs, mit einem Kamikaze-Unternehmen ausgerechnet Yamaha-Deutschland-Fahrer Kevin Curtain abräumte und dann noch Dritter wurde. Besonders pikant: Curtain und Pitt sind im Privatleben durchaus Freunde. mtr

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