Superbike-WM in Monza/I (Archivversion) Vermeulens<br /><br /> endspurt

Und schon fehlt er uns – der Max«, grinste Max Neukirchners Teamchef Klaus Klaffenböck während des Superpole-Zeitfahrens auf der italienischen Traditionsbahn in Monza. Denn der ewig junge Pierfrancesco Chili, ursprünglich als Starfahrer ins Team geholt, hatte seine Honda Fireblade als Neunter nicht in die erste und auch nicht in die zweite Startreihe gebracht.
Zur Ehrenrettung des guten Frankie sei aber angemerkt, dass er zwar wesentlich fitter war als sein zum Zuschauen verdamm-
ter junger Teamkollege aus Sachsen. Doch der 41-Jährige leidet
immer noch unter den Folgen seines Trainingssturzes im australischen Phillip Island Anfang April, wo er das rechte Schlüsselbein gebrochen hatte. Immerhin konnte Frankie wenigstens starten und sich mit zwei siebten Plätzen einigermaßen aus der Affäre
ziehen. Max Neukirchner hatte bei seinem heftigen Abflug in
Valencia zwei Wochen zuvor – was sich allerdings erst nach
dem Rennwochenende heraussstellte – einen Trümmerbruch am rechten Daumen erlitten und musste in Monza zuschauen, wie er vom sechsten WM-Platz auf den elften zurückfiel und wie die schon ein wenig unheimliche Suzuki-Siegesserie unterbrochen wurde – ausgerechnet von einem seiner Honda-Kollegen.
Das erste Rennen konnte WM-Top-Favorit Troy Corser noch souverän für sich entscheiden, obwohl sein Suzuki-Teamkollege Yukio Kagayama sowie die beiden Ducati-Werksfahrer James
Toseland und Régis Laconi sich in der zweiten Rennhälfte an
sein Hinterrad geheftet hatten. »Nach einem kleinen Fehler beim Anbremsen der Roccia-Schikane in der letzten Runde konnte
Kagayama kurz vorbei. Offensichtlich war er etwas überrascht
davon, wurde noch in derselben Kurve weit hinausgetragen, und ich konnte die Sache wieder bereinigen.« Eine ähnliche Aktion Kagayamas brachte dem seit Saisonbeginn eher frustrierten Weltmeister James Toseland Rang drei und damit den ersten Podestplatz der Saison ein.
Im zweiten Lauf wurde die Spitze um das Ten-Kate-Honda-Duo erweitert. Chris Vermeulen sprengte nach zwei Dritteln der Renndistanz das Suzuki-Duo Corser/Kagayama, das zu diesem Zeitpunkt bereits hinter Laconis Ducati auf den Rängen zwei und drei fuhr. Noch in derselben Runde rauschte Kagayama weit, weit in den glücklicherweise sehr großzügigen Notausgangbereich der beiden Lesmo-Kurven, um erst ganz am Schluss umzufallen. »Wir hatten an beiden Maschinen Ärger mit überhitzender Bremsflüssigkeit«, schilderte Alstare-Boss Francis Batta später, »Troy hat dies rechtzeitig gemerkt und sich schweren Herzens zurückgehalten. Yukio aber hat das im Schauglas am Lenker sichtbare Problem ganz offensichtlich wegen der tief stehenden Sonne
nicht erkannt.«
Um den in den Windschatten-Kämpfen von Monza nicht ganz unwichtigen Faktor Bremse fast beraubt, konnte Troy Corser seinem jugendlichen Landsmann Vermeulen nichts mehr entgegensetzen. In der letzten Runde schnappte sich Vermeulen auch noch Laconi und verhagelte damit die Ducati-Heimspiel-Party. mtr

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