Superbike-WM in Phillip Island/Australien (Archivversion)

Hinter-Treffen

Ganz egal, ob in afrikanischer Höhenlage oder am australischen Strand, die Konkurrenz hat keine Chance gegen die Ducati-Superbikes. Als Folge kommt die Reglement-Diskussion wieder auf.

Colin Edwards stand zweimal nach wahrhaft heroischem Kampf als Dritter auf dem Podest der Superbike-WM-Rennen von Phillip Island. Aber der texanische Honda-Werksfahrer war alles andere als zufrieden. »Einerseits ist es ganz schön, sich zweimal gegen Konkurrenten wie meinen Teamkollegen Aaron Slight, Noriyuki Haga oder Akira Yanagawa durchzusetzen«, resümierte der 25jähirge, »aber wie die Werks-Ducati uns einfach so wegfahren, das ist schon abscheulich.«Und auch sein zweimal viertplazierter Kollege Aaron Slight, der bei Honda ja bereits zum Inventar gehört und sich bei einem Wechsel zu Ducati als Verräter fühlen würde, hielt sich nicht mehr zurück: »Seit Jahren fahren wir chancenlos hinter diesen roten Kisten her, nur weil die 250 cm³ mehr haben dürfen. Genaugenommen ist das nur Zeit und Geld zum Fenster hinausgeschmissen. Es muß jetzt endlich etwas passieren, damit das aufhört.«Daß trotz des dramatischen Vorsprungs der beiden Ducati-Werksfahrer Troy Corser und Carl Fogarty von 18 Sekunden die Rennen doch nicht zum Einschlafen langweilig wurden, dafür sorgte hauptsächlich der Weltmeister höchstpersönlich. In beiden Rennen startete Fogarty ziemlich schwach und hatte jeweils geraume Ziet damit zu tun, den Slalom durch die 750er Vierzylinder-Welt erfolgreich zu absolvieren, bevor er seinen Teamkollegen Corser an der Spitze näher bedrängen konnte.Konnte der Australier im ersten Rennen den Champion noch kontrollieren und einen Zwei-Sekunden-Vorsprung sicher ins Ziel bringen, ging im zweiten Rennen alles drunter und drüber. Fogarty kam wieder aus der Tiefe des Feldes. Diesmal aber fand er den Anschluß an das Hinterrad von Corsers Maschine und fuhr bisweilen auch daran vorbei.Der entscheidende Angriff in der letzten Runde in der langsamsten Kurve der Strecke schien dann sogar von endgültigem Erfolg gekrönt. Corser blockte seinen Spezialfreund zunächst erfolgreich ab, wurde dabei aber so weit aus der Kurve getragen, daß Fogarty mit Brachialgewalt die Front seiner Duc Corser vor die Nase zwingen konnte. »Aber das war noch nicht alles«, erzählt Fogarty, »in der letzten Kurve war ich im vierten Gang, Corser fuhr im dritten. Und da wußte ich, wer dieses Rennen gewinnen würde.«Fogarty konnte sich auf dem in Phillip Island verdammt langen Weg zur Ziellinie nur noch lang machen, beten und warten. Aber umsonst, Zentimeter vor der Marke war Corser da und komplettierte seinen Heim-Triumph mit fünf Tausendstelsekunden Abstand. »Nach meinem Fehler in der Rechtskurve wußte ich, daß das Rennen noch nicht verloren war«, überraschte der Doppelsieger, »denn Carl war in der Ziellinkskurve das ganze Wochenende nicht optimal unterwegs. Mir war klar, daß ich dort deutlich schneller fahren konnte als er.“
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Ergebnisse (Archivversion)

1. Lauf: 1. Troy Corser (AUS), 22 Runden in 34.28,167 min ( = 170,230 km/h), 2. Carl Fogarty (GB), beide Ducati, 3. Colin Edwards (USA), 4. Aaron Slight (NZ), beide Honda, 5. Akira Yanagawa (J) Kawasaki, 6. Noriyuki Haga (J) Yamaha, 7. Doriano Romboni (I), 8. Craig Cornell (AUS), beide Ducati, 9. Katusaki Fujiwara (J) Suzuki, 10. Andreas Meklau (A) Ducati, 11. Shawn Giles (AUS) Suzuki, 12. Igor Jerman (SLO) Kawasaki, 13. Vittoriano Guareschi (I) Yamaha, 14. Robert Ulm (A) Kawasaki, 15. Jiri Mrkyvka (CZ) Ducati;2. Lauf: 1. Corser, 34.24,328, 2. Fogarty, 3. Edwards, 4. Slight, 5. Haga, 6. Yanagawa, 7. Steve Martin (AUS) Ducati, 8. Romboni, 9. Carnell, 10. Fujiwara, 11. Meklau, 12. Giles, 13. Pierfrancesco Chili (I) Suzuki, 14. Lucio Pedercini (I) Ducati, 15. Guareschi;Schnellste Runde: Corser in 1.33,019 min ( = 172,029 km/h; absoluter Motorrad-Rundenrekord)WM-Stand: 1. Fogarty 90 Punkte, 2. Corser 86, 3. Slight 62, 4. Edwards 56, 5. Yanagawa 42, 6. Haga 34, 7. Romboni 31, 8. Fujiwara 24, 9. Chili 20;Marken-WM: 1. Ducati 100, 2. Honda 68, 3. Kawasaki 42, 4. Yamaha 37, 5. Suzuki 30.Superbike-WM Nürburgring - Ticket-HotlineFür den ersten Auftritt der Superbike-WM 1999 in Deutschland vom 11. bis 13. Juni auf dem Nürburgring hat jetzt der Kartenvorverkauf begonnen. Unter der Ticket-Hotline 02691/923060 oder 302620 sind Karten in folgenden Preis-Kategorien erhältlich:VIP-Wochenend-Ticket: Mercedes-Tribüne numeriert, Videowand, Fahrerlagerkarte, reservierter Parkplatz, 250 MarkGold: T3, T4, Mercedes-Tribüne, Samstag 50, Sonntag 90, Wochenende 99 MarkSilber: T3a, T3b, T5 - 10, T12a, Samstag 40, Sonntag 75, Wochenende 90 MarkADAC-Plus: Silber inklusive eine Freifahrt Nordschleife und ein Besuch »Erlebniswelt Nürburgring«, Wochenende 99 MarkGrün: T11/12: Samstag 30,-, Sonntag 40,-, Wochenende 55,-Zusatzkarte Fahrerlager: Freitag, Samstag, Sonntag, jeweils 40,-

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