Superbike-WM Phillip Island/AUS (Archivversion)

Aaron SlightSupertourenwagen in EnglandEnde der vergangenen Saison von Honda entlassen, kehrt Aaron Slight dem Motorrad-Rennsport endgültig den Rücken. 2001 ursprünglich als Nachfolger für John Kocinski im offiziellen Ducati-Team in der US-Superbike-Meisterschaft verpflichtet, lief der Neuseeländer nach wenigen Wochen wieder davon, ebenso wie sein von Andreas Meklau ausgeliehener österreichischer Techniker Charlie Putz. »Weder die Maschinen noch das Team entsprachen auch nur annähernd konkurrenzfähigem Niveau. So einen Abstieg brauche ich nicht«, erzählte der Neuseeländer. Zumal sich eine reizvolle Alternative auftat. Der britische Peugeot-Importeur verpflichtete Aaron Slight für die restlichen Rennen zur britischen Supertourenwagen-Meisterschaft. Rob PhillisBack on TrackRob Phillis, Kawasakis Superbike-Held der frühen 90er Jahre, ist wieder aus der Versenkung aufgetaucht. Der sympathische Australier, der durch die Einsätze in der Superbike-DM auch in Deutschland viele Fans hatte, erklärte: »Ich bin als Nachfolger von Peter Doyle, der ja schon mein Teamchef war, Rennleiter bei Kawasaki-Australien.« In Phillip Island war er verantwortlich für den 18-jährigen Shaun Geronimi, der als australischer Meister der 250er-Serienmaschinen in die Supersport-Klasse aufgestiegen ist.Wayne GardnerNachwuchsförderungDer 19-jährige Junior in der Superbike-WM, Broc Parkes, hat einen prominenten Mentor. »Mein Manager heißt Wayne Gardner«, verkündete der australische Ducati-NCR-Pilot zu Beginn der Saison stolz, »ich fuhr im vergangenen Jahr für Moriwaki-Honda in der japanischen Superbike-Meisterschaft, und Gardner war in Sachen Autorennen für Toyota in Japan aktiv. So haben wir uns fast zwangsläufig kennengelernt.« Parkes legt Wert darauf, dass die Verbindung zum 500er-Weltmeister von 1987 nicht nur ein Publicity-Gag ist. Dass dies auch von Gardner so gesehen wird, beweist dessen finanzielles Engagement. Der Ex-GP-Star steuert in dieser Saison 600 000 Mark aus der eigenen Tasche bei, um Parkes´ Karriere mit zu finanzieren.Aprilia-SponsorInternet-FightMit neuem Hauptsponsor trat das Aprilia-Werks-Team um Troy Corser und Régis Laconi in Phillip Island an. »Virgilio« prangte in leuchtendem Orange auf der schwarzen Verkleidungen des Werks-RSV mille SP. Dabei handelt es sich um die Internetgesellschaft der Telecom Italia. Pikant an diesem Deal ist, dass die Venzianer damit nicht nur auf der Strecke mit den Erzrivalen von Ducati konkurrieren. Denn Virgilio steht in direktem Wettbewerb mit Mobilfunkanbieter und Ducati-Hauptsponsor Infostrada.Gespann-WMAußer Spesen...Nach der Absage des zweiten Superbike-WM-Rennens wurde natürlich auch der Seitenwagenlauf gestrichen. »Für uns ist das natürlich besonders bitter«, so der enttäuschte Jörg Steinhausen, der sich mit seinem britischen Co Andy Hetherington erstmals für die Pole Position qualifiziert hatte, »denn die Superbiker hatten wenigstens ihr erstes Rennen, und das Supersport-Rennen lief halbwegs regulär. Es ist schon niederschmetternd, ans andere Ende der Welt zu reisen – für nichts.« Als sich Steinhausen gesenkten Hauptes durch die Sintflut zu seinen Teamzelt durchkämpfte, begegnete ihm Supersport-Vizeweltmeister Paolo Casoli und zeigte Mitgefühl. »Der ist aber traurig«, schaute der Italiener versonnen dem allmählich im Regen verschwindenden Gespann-Piloten nach.

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