Superbike-WM Phillip Island/AUS (Archivversion) Parc fermé

Honda RC 45Zwei SchwingenHonda schickt die Weltmeister-Maschine RC 45, ohnehin schon das schnellste aller Superbikes, nahezu unverändert in die neue Saison. Die einzige wesentliche Änderung geschah am Fahrwerk: Neuerdings haben Aaron Slight und John Kocinskis Nachfolger Colin Edwards die Wahl zwischen der typischen Honda-Einarmschwinge und einer konventionellen Doppelarm-Schwinge für die Hinterradaufhängung. Die Doppelarm-Schwinge ist steifer, vermittelt den Fahrern mehr Feedback von der Strecke und ist ideal für Pisten mit glattem Asphalt, aber wenig Grip. Die Einarmschwinge verwindet sich stärker unter Belastung und unterstützt das Federungssystem mit einer gewissen Eigendämpfung. Damit war das alte System auf der welligen Phillip Island-Piste die erste Wahl.Ducatis Nummer 1?TestsiegerTroyDucati hat die Techniksorgen der vergangenen Saison mit mangelndem Vorderradgrip und anderen Fahrwerksproblemen ausgeräumt. »Ich habe die Motorräder von ´96, ´97 und ´98 miteinander verglichen, und das von ´97 war klar das schlechteste - weil ihm mein Input fehlte«, hielt Troy Corser nach seinem mißglückten Ausflug zur Grand Prix-WM im letzten Jahr fest. »Die Ducati-Techniker drehten sich bei der Weiterentwicklung im Kreis, doch ich wurde bei jeden Tests schneller und blieb hier in Phillip Island zuletzt um eine Sekunde unter dem Rundenrekord. Ich kann Ducati mühelos die nötigen Informationen für ein besseres Motorrad liefern, weil ich jede Änderung am Motorrad spüre. Carl Fogarty fehlt das nötige Feingefühl, denn er geht beim Fahren zu sehr übers Limit, um viel zu empfinden. Er geht viel schneller in die Kurven als ich und bringt das Fahrverhalten durcheinander. Ich bremse lieber früher und bin dafür am Kurvenausgang schneller«, ergänzte der Champion von 1996 und gelobte seinem alten und neuen Arbeitgeber Treue. »Wenn es mir gelingt, den Titel zu gewinnen, möchte ich ihn verteidigen. Ich hatte noch nie die Nummer 1 auf der Vekleidung. Die Lust auf Grand Prix ist mir vergangen: Die Athmosphäre dort ist kalt und verkrampft, es gibt wenig Freundschaft und keinen Spaß. Mein früherer Teamchef Alfred Inzinger schuldet mir immer noch Geld. Ich werde ihn vor Gericht bringen.«Suzukis HoffnungGuter GoddardIm letzten Jahr hinkte die Suzuki GSX-R 750 hoffnungslos hinterher, doch mit einem neuen Umlenksystem für die Hinterradfederung, mehr Motorleistung im mittleren Drehzahlbereich und dem Wechsel zu Dunlop-Reifen, die den Fahrern das bei Michelin vermißte Feedback von der Straße liefern, hat das weiß-blaue Werksteam endlich den Anschluß an die Weltelite gefunden. »Letztes Jahr hatten wir bereits satte Höchstleistung, doch man mußte das Motorrad gnadenlos drehen, um hohe Kurvengeschwindigkeiten zu erzielen. Wir konzentrierten uns bei der Weiterentwicklung auf ein breiteres Drehzahlband und auf die Federungssysteme, um die Kraft auch auf den Boden zu bringen. Jetzt ist das Motorrad benutzerfreundlich geworden«, erklärte Teammanager Lester Harris. »Unsere beste Investition ist freilich Peter Goddard. Er ist ein exzellenter Entwicklungsfahrer, sehr schnell und gleichzeitig sehr feinfühlig mit den kleinsten Änderungen am Motorrad«. Der Australier verblüffte mit der Bestzeit im konventionellen Training, übertrieb seinen Ehrgeiz allerdings im ersten Lauf und stürzte an zweiter Stelle liegend. Im zweiten Rennen erbeutete er Rang vier.FahrwerksproblemeKummer beiKawasakiSo unerwartet wie der Suzuki-Erfolg war der Rückschlag im Kawasaki-Team. »Wir sind weiter hintendran als letztes Jahr«, räumte Teamchef Harald Eckl nach dem siebten Platz von Akira Yanagawa und Rang 14 von Newcomer Neil Hodgson im Zeittraining ein. »Bei unseren Tests in Malaysia hatten wir eine heiße Strecke mit langsamen Kurven und fanden ein gutes Set-Up. Dadurch haben wir uns blenden lassen und in die falsche Richtung gearbeitet. Hier in Phillip Island zeigte sich dann: Wir haben Fahrwerksprobleme, die wir nur mühsam einkreisen können«. Mehr Motorleistung im mittleren Drehzahlbereich sorgte für ungewohnte Fahrwerksreaktionen, beispielsweise wurde das Motorrad in den schnellen Phillip Island-Kurven im Lenkkopfbereich unruhig und tanzte aus der Reihe. Zwei fünfte Plätze von Yanagawa sowie ein achter Platz von Hodgson - im zweiten Rennen mußte er nach einer Kollision an die Box - waren das höchste der Gefühe.

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