Superbike-WM Phillip Island/AUS (Archivversion) Wir sind Helden

Siege und Podestränge auf der Rennstrecke auf Phillip Island, der Insel etwa 150 Kilometer südöstlich der australischen Metropole Melbourne, gelten insbesondere bei den einheimischen Fahrern als extrem prestigeträchtig und werden nur äußerst ungern Ausländern überlassen, bei ansonsten großer Gastfreundschaft. In den beiden Superbike-WM-Rennen erledigte Troy Corser auf seiner Corona-Alstare-
Suzuki diese Aufgabe mit zwei überlegenen Siegen in überzeugender Manier.
Der eigentliche Held des Superbike-WM-Gastspiels 2005 jedoch war Max
Neukirchner. Der Deutsche startete bei
der zweiten Superbike-WM-Veranstaltung seiner Laufbahn gleich von der dritten
Position in der ersten Reihe, noch vor Herrn Corser. Mit 21 Jahren der Jüngste
im Feld, überraschte Neukirchner vor allem mit erstaunlicher Abgeklärtheit. Auf seiner Klaffi-Honda-Fireblade verhalten in das
erste Rennen gestartet, brachten ihn seine außergewöhnlich konstanten Rundenzeiten aus dem vorderen Mittelfeld mit der Zeit wieder an die Spitzengruppe heran.
Zum Finale hin lief der Sachse
auf seinen drittplatzierten Markenkollegen Chris Vermeulen auf. Der Supersport-Welt-
meister des Jahres 2003 konnte auf seiner
Ten-Kate-Honda ganz offensichtlich nicht das Tempo von Neukirchner mitgehen und
eröffnete folglich eine harte, aber sehr faire Abwehrschlacht, zuweilen sogar mit Vollkontakt, die er am Schluss knapp für sich entscheiden konnte.
Mit seinem vierten Rang höchst zufrieden, konnte Max Neukirchner im zweiten Rennen noch eins draufsetzen. Der Start klappte bedeutend besser, und der Supersport-Aufsteiger etablierte sich rasch hinter den beiden unantastbaren Werks-Suzuki von Corser und seinem Team-Kollegen Yukio Kagayama, der als WM-Tabellenführer nach Australien angereist war.
Nach zwölf der 22 Runden musste das Rennen wegen Regen abgebrochen und auf nasser Bahn neu gestartet werden.
Kagayama und Corser fuhren weiter ihr
eigenes Rennen. Max Neukirchner zeigte sich abermals sehr abgeklärt. »Ich hatte kaum Nässe-Erfahrung mit dem Superbike. Da gab’s nur eins: Vorsicht, sicher fahren, nicht stürzen.«
Der Plan war nicht nur gut, er klappte auch. Während große Namen wie Régis Laconi (Ducati), Noriyuki Haga, Andrew Pitt (beide Yamaha) oder Chris Walker
(Kawasaki) ins nasse Gras schlidderten, stand Max am Ende neben Corser und
Kagayama als sensationeller Dritter auf dem Podest.
Das Supersport-WM-Rennen gewann mit dem Franzosen Sébastien Charpentier auf seiner Honda übrigens ein Auslän-
der, nachdem Yamaha-Pilot Kevin Curtain,
gebürtiger Australier, vom nachlassenden Vorderreifen eingebremst wurde. mtr

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