Superbike-WM Silverstone/GB (Archivversion) sieg für holland

Noch zu Beginn der Superbike-WM-Saison winkte Gerrit ten Kate verlegen ab: »Ich soll der wichtigste Mann
im Superbike-Fahrerlager sein, wieso?« Die Honda Fireblade des niederländischen Teamchefs wurde allerdings rasch in die Hauptrolle des einzigen nennenswerten Ducati-Gegners und damit potenziellen Heilsbringers für die kriselnde Superbike-WM-Szene gedrängt. Da konnten die beiden Cousins an der Spitze des Unternehmens, Gerrit und Ronald ten Kate, noch so häufig betonen, dass im Gegensatz zum Supersport-Team das Superbike-Projekt keinerlei Unterstützung seitens der Honda Racing Corporation HRC bekäme, dass das Motorrad über kaum mehr als den käuflichen Fireblade-Rennkit verfüge und sicherlich nur wenig über 60000 Euro Wert repräsentiere.
Doch die Szene wollte mehr, sah im klassischen Duell Ducati gegen Honda Licht am Ende des Tunnels. Pünktlich zur Saisonhalbzeit war es dann soweit. Im
britischen Silverstone wurde Chris Vermeulen zunächst Zweiter im ersten Rennen, bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Erstmals aber war klar ersichtlich, dass der Ten-Kate-Honda-Solist nicht
den zweiten Platz gewonnen, sondern den Sieg verloren hatte. Erst in der allerletzten Runde fand Altmeister Noriyuki Haga
auf seiner privaten Renegade-Ducati 999 einen Weg vorbei an der gelben Honda, die bis dahin das Geschehen bestimmt hatte. Die Ducati-Werksfahrer Régis Laconi und James Toseland waren früh gestürzt.
Im zweiten Lauf zeigte sich Vermeulen lernfähig. Wieder wurde er an der Spitze pausenlos von Haga attackiert und wieder hatten Laconi und Toseland keine Chance, auch wenn sie nun Dritter und Fünfter wurden. Diesmal jedoch verpuffte Hagas Harakiri-Manöver eingangs der Zielschikane, und Vermeulen verteidigte den Sieg clever.
Und Gerrit ten Kate wollte vielleicht immer noch nicht der wichtigste Mann im Fahrerlager sein, auf jeden Fall war er der glücklichste, obwohl seine beiden Supersport-Fahrer Karl Muggeridge und Broc Parkes sich in Silverstone Yamaha-Italia-Fahrer Fabien Fôret geschlagen geben mussten. Immerhin hatten die Honda-Fahrer Sieg und Punkte aus Oschersleben zurückbekommen. Die umstrittene Disqualifikation dort wurde wieder aufgehoben.
Die Deutschen traten diskreter auf: Honda-Fahrer Max Neukirchner wurde Elfter, Arne Tode (Yamaha) stürzte, und Yamaha-Deutschland-Mann Christian Kellner gab Angina-geschwächt frühzeitig auf. mtr

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