Superbike-WM-Vorschau 1998 (Archivversion) Siegertypen

Honda-Werksfahrer Aaron Slight will endlich den Superbike-WM-Titel. Aber andere starke Typen setzen auch alles auf Sieg.

Die Befreiung war ihm anzumerken, wo immer der Superbike-Wintertest-Zirkus gastierte. Honda-Star Aaron Slight, 1997 vom außerirdischen John Kocinski demotiviert, hat seine Kraft wieder.In Shah Alam und in Phillip Island war der Neuseeländer mit der weiterentwickelten Werks-RC 45 der Maßstab; wobei die auffälligste Änderung an der 1998er V4-Honda nicht auf ungeteilten Beifall stößt. Denn neben einer 1997er RC 45 mit Motormodifikationen testeten Slight und sein neuer Teamkollege Collin Edwards eine Maschine mit Zweiarmschwinge statt des bisherigen Monoarmes. WM-Favorit Slight fand zwar noch keinen generellen Vorteil gegenüber dem alten Modell: »Vor- und Nachteile sind vom Charakter der Strecke abhängig.« Zweifel an der Regeltreue der Neuheit, die nicht der vorgeschriebenen Serien-Silhouette entspricht, sieht er nicht: »Honda betrügt nicht.«Besser als der klassische Honda-Feind Ducati hat wohl das Kawasaki Racing-Team von Harald Eckl seine Winterarbeit getan. Denn nur der WM-Vierte Akira Yanagawa konnte ernsthaft mit Slight um den Platz an der Sonne rangeln. Die Werks-ZX-7RR von Yanagawa und Kawa-Neuling Neil Hodgson sind im zweiten Eckl-Jahr auf dem Weg zurück zum unwiderstehlichen grünen Kraftwerk.Bei Ducati herrschte lange Zeit Konfusion, auf welche Teams die Werksfahrer Carl Fogarty, Pierfrancesco Chili und Troy Corser verteilt werden sollten. Und als endlich Chili und Corser im Virginio Ferrari-Team und Foggy bei Gio.Ca.Moto einquartiert waren, konnte man sich den technischen Wirrungen widmen. Hatte Fogarty jüngst über das Fahrverhalten der 1997er Ducati 996 geklagt und nach seiner 1995er WM-Maschine geschrien, jammert nun Corser über zu heftig einsetzende Motorleistung der 1998er Duc und fordert seine 1996er WM-Version. Chili war derweil konstant schneller als die Meister.Yamaha setzt mit dem explosiven Duo Ex-Weltmeister Scott Russell und Angreifer Noriyuki Haga voll auf Angriff, auch wenn die Uhren für die betagte Yamaha YZF 750 weiter den bekannten Respektabstand zur absoluten Spitze anzeigen. Den umgekehrten Weg hatte Suzuki vor. Aber die neuen Einspritzmotoren der 1998er GSX-R 750 sind noch nicht einsatzfähig. So müssen die Werks-Fahrer Jeremy Whitham und Peter Goddard noch mit der alten Vergaser-Version auskommen.

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