Superbike-WM (Archivversion) SPIES ECHT FIES

Tief im Herzen von Texas sieht es vielleicht auf den ersten Blick nicht sehr viel anders aus als in der arabischen Wüste von Qatar. Was aber nicht der Grund für den dominanten Doppelsieg von Rookie Ben Spies war.

Ohne jeglichen Respekt fegte der 24-jährige Yamaha-Werksfahrer und Superbike-WM-Neuling Ben Spies auf der Retortenpiste Losail, mitten in der Wüste rund 30 Kilometer außerhalb der qatarischen Hauptstadt Doha, im Stile eines mittelschweren Sandsturms durch die Superbike-Welt. Er demütigte nicht nur die großen Favoriten, sondern brachte auch die Vertreter der derzeit noch vorherrschenden Meinung, die Superbike-WM 2009 würde die spannendste aller Zeiten werden, schon nach dem zweiten Event in Bedrängnis.

Überlegene Pole Position, schnellste Rennrunde, dazu zwei zwingende Siege – der aktuelle US-Superbike-Champion überrollte förmlich alles, was in der Superbike-Welt Rang und Namen hat. Und das als absoluter Rookie. Knisternde Hochspannung sieht anders aus und scheint nicht unbedingt etwas zu sein, was Ben Spies besonders attraktiv findet.
Noriyuki Haga, Max Biaggi, der deutsche Superheld Max Neukirchner und alle anderen hatten nichts entgegenzusetzen, als Spies ernst machte. Im ersten Rennen nach zwei Dritteln der 18-Runden-Distanz, im zweiten schon nach dem ersten Drittel, presste sich der außerhalb des Rennsattels eher phlegmatisch wirkende Spies wie selbst-verständlich vorbei an der Werks-Ducati des WM-Tabellenführers Haga und fuhr im Anschluss einen Vorsprung von einer bis zwei Sekunden heraus – ohne Probleme und bis ins Ziel.
Ein völlig anderes Wüstenwochenende musste Max Neukirchner erleben. Nachdem der Sachse wieder bei der Strategie im neuen, dreigliedrigen Superpole-Qualifikationstraining komplett dane-ben gegriffen hatte und vom katastrophalen Start-platz 19 aus in die beiden Rennen gehen musste, übertrieb er den Aufholeifer im ersten Rennen und stürzte, nachdem er bereits kurz nach dem Start durch einen Ausritt in den Kies weit zurückgefallen war. Mal wieder als bewährter Schadensbegrenzer bewies sich Neukirchner im zweiten Rennen und trieb seine Werks-Suzuki bis auf Rang sechs vor.
Das BMW-Werksfahrer-Duo Troy Corser – zweimal Neunter – und Ruben Xaus – 13. und Zehnter – bewegten sich im Rahmen des Erwartbaren.

Artikel teilen

Aktuelle Gebrauchtangebote

Alle Artikel