Supercross Stuttgart: Bericht (Archivversion)

Am dritten Geburtstag war´s soweit. Mister Button, Inhaber einer Honda-Vertretung in Phoenix/Arizona, schleppte Söhnchen Jimmy zum ersten Moto Cross-Rennen. Freilich nur als Zuschauer. Doch das reichte. Tags drauf schraubte Klein-Jim die Stützräder an seinem Fahrrad ab, einen Monat später erquengelte er von Herrn Papa bereitsden Winzcrosser QR 50 von Honda.Erstes Rennen mit fünf Lenzen. Erster Werksvertrag mit acht. Allerdings mit einer Ausstiegsklausel von Honda. Fallen die Schulnoten unter einen bestimmten Durchschnitt, werden die 80er Crosser abgeholt. Jimmy hält Notenmittel und Material trotz schulischer Vier-Tage-Woche. Erst 1989, mit 16 Jahren, wird´s brenzlig. Das letzte Schuljahr droht einen Profi-Vertrag mit Yamaha zu verhindern. Kurzentschlossen büffelt der Aspirant in zwei Ferienmonaten den Stoff von einem Jahr, schafft die Abschlußprüfung - und damit den Sprung in die Topliga.Nach zwei 125er Supercross-Vizetiteln folgt ein Jahr in Europa: Platz fünf in der 125er WM 1995 - und gehörig Heimweh. Zurück in den USA, hievt er sich als halboffizieller Yamaha-Werkspilot in diesem Jahr sowohl in der Halle als auch im Freien auf Platz neun der 250-cm³-US-Meisterschaft. Seit Mitte des Jahres lebt und trainiert Jim bei Übercrosser Jeremy McGrath in Riverside/Kalifornien - Supercross total auf der privaten Yamaha-Trainingspiste, vier Tage die Woche, 100 Runden pro Tag. Das Resultat: Laufsieg bei der Indoor-Cross-WM in Paris am Samstag, totale Dominanz in Stuttgart.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote