Supercross-WM Genf/CH (Archivversion)

Einer ist immer McGrath

Er lag am Boden und hatte trotzdem schon fast gewonnen. Ausgerechnet in seiner Paradesektion, dem Waschbrett, wurde Supercross-Weltmeister Jeremy McGrath beim ersten Finale in Genf von seiner Honda abgeworfen und kam nur außer Wertung ins Ziel. Sein letzter verbliebener Titel-Konkurrent, Larry Ward, in Genf erstmals seit sechs Jahren wieder auf Honda, wurde Dritter hinter dem Kawasaki-USA-Duo Damon Huffman und Phil Lawrence.So mußte die WM-Entscheidung im allerletzten Rennen der Saison, am zweiten Abend von Genf, fallen. McGrath hatte drei Punkte Vorsprung auf Ward, hätte also nur direkt hinter seinem neuen Markenkollegen bleiben müssen. Doch die Entscheidung fiel frühzeitig. Kurz nach dem Start stürzte Larry Ward während einer Auseinandersetzung mit McGrath um Rang drei und fiel hoffnungslos zurück. Jeremy McGrath dagegen schnappte sich noch Huffman sowie den Yamaha-Fahrer John Dowd und krönte seine erfolgreiche Titelverteidigung mit einem Sieg.
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Markencups (Archivversion) - Euro-Fighter

Im Dreier-Paket treten die Markenpokale von Aprilia, MuZ und Triumph als Euro-Cup an. Bei sechs Veranstaltungen im Rahmen der »MOTO aktiv«-Serienmaschinentrophy sowie der österreichischen »Reitwagen«-Serie soll es zu jeweils neun Rennen der einzelnen Euro-Cup-Kategorien kommen. Gefahren wird mit Aprilia RS 250, MuZ Skorpion Racing und Triumph Speed Triple. Eine vierte Serie mit Ducati M 900 ist ebenfalls noch im Gespräch. Nähere Informationen bei Art Motor Promotion, Telefon 0 22 05/92 71 10.

Dirk Raudies zu neuen GP-Regeln (Archivversion) - «Werde mit Kettenhemd antreten“

Dirk Raudies, die internationale Motorradsportbehörde FIM hat ganz nebenbei eine Regeländerung des Mindestgewichts in der 125er Klasse bekanntgegeben. Was sagen Sie dazu?Bisher mußte ein 125er GP-Motorrad inklusive Tank 70 Kilogramm wiegen. Nun sind für Motorrad samt komplett ausgerüstetem Fahrer 134 Kilogramm gefordert. Ich müßte also zehn Kilogramm zulegen, am Mann oder am Motorrad. Das ist, auch wegen der Sicherheit, völlig unsinnig.Die Idee hinter dem neuen Limit ist wohl, unterschiedliche körperliche Voraussetzungen der Fahrer auszugleichen.In der Praxis wird es eher zu extremen Kostensteigerungen führen. Die Änderung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Vorbereitungen der Maschinen schon sehr weit sind. In meiner 1996er Honda sind zur Gewichtsersparnis Carbon-, Titan- und andere Spezialteile im Wert von annähernd 50 000 Mark eingebaut, die wir jetzt wegschmeißen könnten. Und langfristig gesehen wird Aprilia wie Honda für die Top-Fahrer individuelle Maschinen bauen, die aufs Kilogramm genau zugeschnitten sind. Das treibt die Kosten auf das Niveau einer 250er Werksmaschine und höher.Woher kommt die Idee zur neuen Regel?Soweit ich weiß, stammt der Vorschlag von einem Gremium aus Jack Findlay, dem technischen Delegierten der FIM, Franco Uncini, dem Sicherheitbeauftragten, Aprilia-Rennleiter Carlo Pernat, dem Aprilia Deutschland-Teamchef Harald Eckl sowie ironischerweise meinem HB-Honda-Rennleiter Dieter Stappert. Der kannte wohl mein Körpergewicht nicht so genau.Wie wird sich das Mehrgewicht auf das Fahrverhalten einer 125er Rennmaschine auswirken?Ich sehe vorwiegend Sicherheitsprobleme. Wir müssen wohl wieder schwerere Räder und Bremsen verwenden, was die ungefederten Massen erhöht und das Fahrverhalten verschlechtert. Als wir im Winter 1992/93 ebenfalls recht kurzfristig das Gewicht der Bikes von 65 auf 70 Kilogramm erhöhen mußten, haben wir die Gewichte in Ein-Kilogramm-Portionen mit soliden M8-Schrauben am Rahmen befestigt. Die haben sich im Rennbetrieb ganz einfach losvibriert. Ich verzichte gern darauf, im Rennen Slalom um freifliegende Bleiteile zu fahren.Was werden Sie persönlich machen, um das Gesamtmindestgewicht zu erreichen?Vielleicht werde ich mit der historischen Schützentracht meiner Heimatstadt Biberach an den Start gehen, einem sauschweren Kettenhemd. Aber, im Ernst: Die Regel ist noch nicht endgültig in Kraft. So hoffe ich, zusammen mit anderen Teams die Sache wieder rückgängig zu machen.

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