Supermoto-DM in Stendal (Archivversion)

Der lachende Dritte

Drei Wege zum Erfolg: Angasen wie Künzel (1), Driften wie Hiemer (6) – oder gewinnen wie Vorlicek (22).

Petr Vorlicek blickt unsicher in die Menge. Und erst, als er sieht, wie die Fans entlang der Startgeraden ihm zujubeln, beginnt er zu verstehen: Er ist Gesamtsieger. Hier beim Auftakt zur Supermoto-DM auf dem Flugplatz in Stendal. Kein Mensch hätte auf einen Erfolg des 23-jährigen Tschechen gewettet. Natürlich, Insider wussten, dass der junge Mann aus Prag immer für einen Platz unter den besten Fünf gut sein würde. Aber so was? Doch – Hand aufs Herz – allzu viel musste der Semiprofi auf dem extrem flüssig gesteckten Kurs in der Altmark auch nicht über sich hinauswachsen. Zwei dritte Ränge reichten, um die Gunst der Stunde zu nützen.Doch selbst die gewährt ihm die Konkurrenz in KTM-Orange und den Husqvarna-Hausfarben Blau-Gelb so schnell bestimmt nicht wieder. Husky-Importeur Zupin verzichtet dieses Jahr auf Vizemeister Eddy Seel samt belgischem Landsmann Eric Delannoy, der eidgenössische Ersatzspieler Beat Gautschi musste in Stendal bereits nach dem Training mit defektem Ventiltrieb an seinem Single passen. Achim Trinkner, Neuzugang im KTM-Team des Sebring-Importeurs Mizu, brach sich wenige Wochen vor dem Auftritt beim Motocross-Training sämtliche Mittelfußknochen, und zuletzt kugelte sich Husaberg-Neuzugang, Ex-Crosser Jochen Jasinski beim Aufwärmen vor dem Start zum ersten Lauf noch die Schulter aus. Blieben als Favoriten für den Titel in der international ausgeschriebenen Deutschen Meisterschaft KTM-Profi Klaus Kinigadner, Husky-Zukunftshoffnung Bernd Hiemer, Ex-Chef Harald Ott auf der privaten KTM und vor allem einer: Jürgen Künzel, der Meister höchstpersönlich. Der Schwabe scheint nach einem feinen Aufstieg in die WM in der DM nun von der internationalen Entwicklung dieser Disziplin geradezu mitgerissen zu sein. Ehrgeizig wie nie zuvor, macht der Wahl-Sachse mit Wohnsitz in Großenhain derzeit Ernst. Jede Menge Training mit dem Motocross-Bike, ein professionell betreutes Fitnessprogramm und Werksmaterial von KTM addieren sich zum Erfolgsmodell. Erst zwei Wochen vor dem Termin in Stendal sicherte sich der 28-Jährige beim Auftakt in Marseille die Führung in der noch jungen Supermoto-WM.Doch für die Sensation sorgte im ersten Lauf zunächst ein anderer: Bernd Hiemer. Der 20-Jährige dürfte die sportlichen Fußstapfen Künzels wohl sehr genau vermessen haben. Denn nach einem Bombenstart ließ sich der Allgäuer aus der Nähe von Leutkirch vom großen Namen seines Kollegen reichlich wenig beeindrucken. Rundenlang balgte sich das Duo um die Führung. Und nicht einmal, als sich Künzel endlich vorbeigepresst hatte, ließ der Jungstar locker. Eine kümmerliche halbe Sekunde Rückstand im Ziel zeugt vom Potenzial des Youngsters. Ebenfalls rasant, aber artiger formierte sich das Gefolgspersonal. Herr Vorlicek auf Platz drei, gefolgt von Stoppie-König Meik Appel und Harald Ott.Attacke ritt besagter Bernd auch im zweiten Lauf. Als Duellant musste nach einem Sturz Jürgen Künzels im Offroad-Teil allerdings dessen KTM-Teamkollege Klaus Kinigadner herhalten. Wie besessen beharkte sich die beiden so lange, bis Hiemer das Heck von Kinis KTM touchierte, stürzte und danach mit defekter Vorderradbremse aufgeben musste. Der Rest war für den Österreicher Formsache. Otti holte problemlos Rang zwei. Platz drei und damit die DM-Führung ging, wie erwähnt, an Herrn Vorlicek. Und der darf sich lange daran freuen. Denn DM-Meeting Nummer zwei steigt erst am 15. Juni in Stuttgart.
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Super Moto-DM Stendal (Archivversion) - Unser Ding

Genau, es ist unser Ding, das Supermoto in Stuttgart. Nicht nur weil die Piste auf dem Cannstatter Wasen lediglich ein paar Quersraßen weg von der Redaktion liegt, sondern auch, weil die Premiere im vergangenen Jahr eingeschlagen hat wie eine Bombe. Auf Anhieb 10000 Fans und eine Strecke, die von den Profi-Quertreibern gleich zu einer der besten aller Drifter-Spielplätze gewählt wurde – und bei dem die Zuschauer hautnah am Geschehen dran sind. Das lässt hoffen auf den 14./15. Juni, dem Datum des Supermoto-Zweitschlags im Schwabenland. Dafür hat MOTORRAD nachgelegt. Sportlich mit dem zweiten Lauf zur Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft. In puncto Zuschauerfreundlichkeit mit einigen Hundert Metern zusätzlicher Stehtribünen. In Sachen Unterhaltung mit Christian Pfeiffer, einem der besten Stunt-Akrobaten Deutschlands. Gesellschaftlich durch einen Treff mit den Redakteuren am MOTORRAD-Truck. Wo übrigens gleichzeitig noch die Teilnahmekarten für ein weiteres Highlight des Rennwochenendes, das Gewinnspiel, ausgefüllt werden. Denn der Hauptpreis, der vor Ort am Sonntag Nachmittag verlost wird, kann sich sehen lassen: eine funkelnagelneue Husqvarna SM 610 S.Wir freuen uns, Sie zu sehen. Ganz ehrlich.

Super Moto-DM Stendal (Archivversion)

Ergebnisse1. Lauf1. Jürgen Künzel KTM, 2. Bernd Hiemer Husqvarna, 3. Petr Vorlicek (CZ) KTM4. Meik Appel KTM5. Harald Ott KTM6. Marc-Oliver Nemeth KTM7. Marcel Götz (CH) KTM8. Jens Hainbach Husaberg9. Dirk Spaniol Suzuki10. Manuel Boudier Husqvarna2. Lauf1. Klaus Kinigadner (A) KTM2. Harald Ott KTM3. Petr Vorlicek KTM4. Meik Appel KTM5. Michael Hirschi (CH) KTM6. Marc-Oliver Nemeth KTM7. Jens Hainbach Husaberg8. Dani Müller (CH) Yamaha9. Jürgen Künzel KTM10. Siegi Zachmann (CH) Suzuki.DM-Stand1. Vorlicek 402. Ott 383. Künzel 374. Appel 365. Kinigadner 346. Nemeth 307. Hainbach 278. Hiemer 229. Boudier 1910. Joachim Bauer 19

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