Supermoto-WM in Melk/Österreich (Archivversion) Es ist vollbracht

Ich stand auf dem Siegerpodest bereits auf der linken und auf der rechten Seite, jetzt wird’s Zeit für die Mitte«, orakelte Bernd Hiemer vor dem Start zum österreichischen Supermoto-WM-Lauf auf dem Wachauring in Melk. Sein Wunsch sollte sich nach den beiden Rennen als Prophezeiung erweisen. Denn mit der Bestzeit
in der Superpole und einem Doppelsieg sorgte der 22-jährige Supermoto-Profi aus dem Allgäu für einen sportlichen Rundumschlag der Sonderklasse. Und weil der Auftritt so formidabel war, ergatterte der KTM-Werkspilot damit auch gleich noch die WM-Führung in der hubraumoffenen so genannten S1-Klasse.
Dass der gelernte Elektriker mit Fug und Recht in die neue Chefrolle schlüp-
fen kann, bewies er vor allem im ersten Heat. Im nahezu die gesamte Renndistanz dauernden Dreikampf mit den potenziel-
len WM-Kandidaten Gérald Délépine auf Husqvarna und dem mit einer Schulterverletzung angetretenen Teamkollegen Thierry van den Bosch setzte sich der Süddeutsche bravourös durch. Wie sehr die Schlacht um den Sieg tobte, bewies die Zieldurchfahrt. Obwohl die schwarzweiß karrierte Flagge nur wenige Zentimeter über den Köpfen des Trios geschwenkt wurde, rasten die drei unbeeindruckt eine weitere Runde um den schnellen Kurs.
Was sich im zweiten Lauf vielleicht wiederholt hätte, wenn – Hiemer war bereits in Front – Délépine und van den Bosch nicht zu heftig gekämpft hätten. Das Ergebnis: Délépine hebelt bei einer Attacke van den Boschs KTM aus, der WM-Leader aus der Nähe von Bordeaux stürzt und bricht sich das linke Schien- und Wadenbein. pm

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