Supermoto-WM in St. Wendel (Archivversion) Geburtstagsgeschenk

Nach seinem Umstieg in die 450er-S1-Klasse war Bernd ­Hiemer, Weltmeister der hubraumoffenen S2-Klasse, zu Saisonbeginn nicht wunschgemäß in Schwung gekommen. Das sollte sich beim Heim-Grand-Prix auf dem Stadtkurs im saarländischen Sankt Wendel ändern. Im Zeittraining am Samstag patzte der 24-Jährige allerdings noch. Bei aufkommendem Regen wurde die Auswahl aus dem Angebot der in unterschiedlichen Spezi-fi­kationen zur Verfügung stehenden Dunlop-Einheitsreifen zum ­Roulette, und Hiemer landete auf dem enttäuschenden siebten Startplatz. Nach der Superpole-Qualifikation der schnellsten sechs ganz vorn: die französischen Brüder Adrien und Thomas Chareyre. Vor Aprilia-V2-Gladiator Thierry van den Bosch gewannen sie auf Prototypen der neuen Husqvarna SM 450 R die »Doppelpole«.
Im ersten Rennen fuhren die beiden Drift-Gallier ebenfalls an der Spitze, vor dem sensationell gestarteten Hiemer. Als Bernd Hiemer im stark bewässerten Offroad-Teil einen Angriff auf Thomas Chareyre startete, knallte er der Husky des 19-Jährigen ins Heck, stürzte spektakulär und katapultierte sich selbst auf Platz sieben und den Franzosen gar auf Position zehn zurück. »Ich sah da eine Lücke, habe mich aber verschätzt«, gestand Hiemer ein, »Entschuldigung an Chareyre.« Mit gerissenem Kühler an seiner KTM 450 SX-F schaffte es Hiemer als Siebter bis ins Ziel.
Wenn drei sich streiten, freut sich der Vierte. Und das war ­S1-Weltmeister Thierry van den Bosch. Er profitierte vom Zwischenfall und stellte später noch den 21-jährigen Adrien Chareyre, um sich selbst an seinem 33. Geburtstag den Sieg zu schenken.
Im zweiten Durchgang musste sich van den Bosch zwar mit Platz vier zufrieden geben. Doch da sich Bernd Hiemer nach einem fehlerfreien Rennen hinter Sieger Thomas Chareyre als Zweiter platzieren konnte, verließ das Geburtstagskind St. Wendel als WM-Tabellenführer. Wobei Adrien Chareyre, im zweiten Rennen Dritter, mit 213 Punkten gleichauf liegt. Der WM-Gastauftritt von Ex-Weltmeister Jürgen Künzel endete schon nach fünf Runden, als er seine Kawasaki wegwarf.
S1-Umsteiger Bernd Hiemer war nicht ganz zufrieden mit seinem Ergebnis aus St. Wendel. »Mein Speed war in dieser Saison noch nie so gut, im ersten Rennen fuhr ich deutlich die schnellsten Runden. Leider spiegelt das Resultat dies nicht wieder.«
Der Saarländer Manolito Welink fuhr im ersten Lauf der S2-Klasse mit seiner Honda auf den guten zehnten Platz. Motocross-Altstar Jochen Jasinski schaffte trotz miserablen Starts im zweiten S2-Rennen mit seiner MH-Husaberg Rang neun.ts

www.supermotos1.com



Ergebnisse
Supermoto-S1-WM: Stand nach zehn von 18 Rennen (Platzierungen in den beiden Rennen von St. Wendel in Klammern)
1. Thierry van den Bosch (F/Aprilia) 213 Punkte ­(1./4.); 2. Adrien Chareyre (F/Husqvarna) 213 (2./3.); 3. Thomas Chareyre (F/Husqvarna) 180 (10./1.); 4. Jerome Giraudo (F/Aprilia) 159 (4./10.); 5. Kevin Berthome (F/Honda) 156 (3./6.); 6. Bernd Hiemer (D/KTM) 145 (7./2.); 7. ­Sylvain Bidart (F/Honda) 128 (8./12.).

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