Supersport 600-WM (Archivversion) Freud und Leid

Das neugegründete Yamaha Deutschland-Racing-Team lag sich nach der Premieren-Vorstellung der Supersport 600-WM überglücklich in den Armen. In einem stetigen Aufwärtstrend, der nach vorsichtigem Abtasten im ersten freien Training über das gesamte Wochenende anhielt, stürmte der zweifache deutsche Supersport-Meister Jörg Teuchert mit der Yamaha R6 auf Podestrang drei. Und sein Teamkollege Christian Kellner wurde Vierter. Damit war das deutsche Duo hinter Sieger Iain MacPherson von Harald Eckls Kawasaki-Team und Suzuki-Werksfahrer Stépahne Chambon klar bestes Yamaha-Team.»Das Ergebnis ist unglaublich«, jubelte Teamchef Udo Mark, » unser Ziel hier waren Plätze um zehn, und jetzt hätten wir fast beide Fahrer aufs Podest gebracht. Wahnsinn.«Zu diesem Zeitpunkt wußte aber weder Udo Mark noch die meisten anderen der Supersport-Szene von dem Desaster, in das auch das eigentliche Yamaha-Spitzenteam, die italienische Belgarda-Crew verwickelt war, dessen erklärter Titelfavorit Piergiorgio Bontempi chancenlos außerhalb der Punktränge blieb. Weit schlimmer aber war die Verkettung von mehreren Stürzen, in die auch der zweite Belgarda-Fahrer Massimo Meregalli involviert war.Der südafrikanische Supersport-Meister Brett Macleod hatte nach einem Blitzstart an die Spitze des Felds noch in der ersten Runde heftige Zündaussetzer an seiner Suzuki und war innerhalb einer halben Runde etwa auf Rang zehn zurückgefallen, als ausgangs der Schikane vor der Zielkurve vor ihm der französische Honda-Fahrer William Costes stürzte. Macleod konnte zwar sowohl dem am Boden rutschenden Costes wie auch dessen Maschine ausweichen, stieß aber während seines Ausweichmanövers, möglicherweise wegen erneuter technischer Probleme an seiner Maschine, mit Meregalli zusammen. Beide kamen zu Sturz, Meregalli brach sich das rechte Handgelenk, Macleod hatte alles Pech der Welt auf sich vereint. Er wurde vom nachfolgenden Ducati-Fahrer Davide Bulega überfahren und verstarb noch an der Unfallstelle. Das Rennen wurde sofort abgebrochen und neu gestartet.Die übrigen Fahrer wurden erst längere Zeit nach dem Rennen von der Katastrophe informiert.

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