Supersport-WM-Finale Brands Hatch/GB (Archivversion) CASperle-Theater

Am Donnerstag vor dem Finale in Brands Hatch war die Superbike-WM entschieden. Colin Edwards war Weltmeister, und Noriyuki Haga flog nach Hause.

Castrol-Honda-Pressesprecher Chris Herring reagierte am schnellsten. »Colin Edwards ist Superbike-Weltmeister«, lautete der Titel seiner Pressemitteilung am Freitagmorgen im Media-Center von Brands Hatch. Danach folgte eine mehrseitige, wohl formulierte Laudatio auf den neuen Champion und seine meisterhafte Saison.Mit keinem Wort erwähnt wurde der Doping-Fall Haga und das über die gesamte Saison verschleppte definitive Urteil, obwohl dies ja der eigentliche Grund für den ungewöhnlichen Zeitpunkt der WM-Entscheidung war. Wahrscheinlich hatte der gute Chris auch längst die Schnauze voll von der lächerlich Posse der verschiedensten Institutionen, zunächst des Motorradsportverbandes FIM und später dem übergeordneten Sportgerichtshof CAS.Dieser hatte am Donnerstag, den 12. Oktober, mehr als ein halbes Jahr nach Hagas Doping-Vergehen beim Saisonauftakt in Kyalami, eine Entscheidung getroffen, die an Kuriosität nicht zu überbieten ist. Haga wurde nur für das zweite Rennen in Südafrika, das er gewonnen hatte, disqualifiziert. Die Punkte für den zweiten Platz im ersten Lauf wurden ihm wieder zugesprochen. Aber er erhielt mit sofortiger Wirkung eine zweiwöchige Sperre, war also beim Finale in Brands Hatch nicht startberechtigt. Dies machte Edwards, der sich bereits nach dem vorigen Haga-Urteil (volle Disqualifikation, keine Sperre) als Meister wähnen durfte, endgültig zum Champion.Das Yamaha-Werksteam räumte sofort seine Box und ließ bei einer spontan organisierten Party in der Londoner City ganz gewaltig die Luft brennen. Danach flog Haga nach Japan und diskutiert nun mit den Yamaha-Gewaltigen seine Zukunft, die höchstwahrscheinlich in die 500er-GP-Klasse führen wird.Die Rennen in Brands Hatch: Das erste gewann auf nur sehr langsam abtrocknender Bahn Wild-Card-Fahrer John Reynolds auf Ducati, nachdem Colin Edwards mit einer radikalen Trockenreifenstrategie, die ihn zunächst mit MOTORRAD-Mitarbeiter Markus Barth um Rang 13 fighten ließ, von einem leichtsinnigen Ausrutscher um den Lohn seiner heldenhaften Aufholjagd gebracht wurde. Das zweite Rennen bei fast spätsommerlicher Sonne holte sich Edwards dagegen überzeugend.

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