Supersport-WM (Archivversion)

Fußfehler

Aus Erfahrung cool war die Stimmung am Start zum Saionauftaktrennen im Team der Supersport-Weltmeister, das, personell zwar weitgehend unverändert, auf den neuen Namen Wilbers Suspension-Yamaha Deutschland-Racing hört. »Startplätze wie den Siebten von Christian Kellner und den Neunten von Jörg Teuchert haben die beiden Jungs schon oft genug in Top-Platzierungen umgemünzt«, beruhigte Teamchef Udo Mark ungeduldige Fragen nach der wenig standesgemäßen Startposition von Weltmeister Teuchert.Und tatsächlich, mit der fast schon traditionellen leichten Verspätung legte der deutsche Yamaha-Express los. Christian Kellner schnappte sich einen Gegner nach dem anderen, bis er sich am drittplatzierten Fabien Foret auf der Ten-Kate-Honda fast alle Zähne ausbiss. Erst spät packte der Bayer den harten, aber fairen französischen Abwehrkünstler. Da waren nur noch fünf Runden zu fahren und Forets Teamkollege, Lokalheld Pere Riba, längst am Horizont entschwunden. Den an zweiter Stelle liegenden italienischen Altstar Piergiorgio Bontempi, neuerdings auch auf einer Yamaha unterwegs, konnte Kellner zwar noch stellen, aber dem fälligen Überholmanöver kam leider die Zielflagge zuvor. Doch immerhin stand Christian Kellner nach dem Valencia-Sieg vom Vorjahr erneut auf dem Podest.Der Weltmeister hatte etwas weniger Glück. Nach der ersten Kurve fand sich Jörg Teuchert zunächst auf Rang 14 wieder. Was dann kam, ist ebenso beeindruckend, wie längst bekannt. In der 15. Runde fuhr der 31-jährige Franke auf Rang sieben mit unwiderstehlichem Drang nach vorn, als er plötzlich auf der Nase lag. »Das wird mir keiner glauben«, ärgerte sich Teuchert, »in einer Linkskurve bin ich aus Versehen mit dem linken Fuß auf den Schalthebel gekommen, habe unbeabsichtigt in den dritten Gang hochgeschaltet - und das Vorderrad klappte weg.«Der bekannt perfektionistische Teamchef beklagte nicht nur die überflüssig verlorenen WM-Punkte: »Wir hatten dieses Problem mit Jörg bereits in der Vergangenheit. Er ist sehr groß und lebt auf großem Fuß. Daher müssen wir für ihn die Fußrasten sehr weit unten anbringen. Und der Schalthebel ist zunächst einmal im Weg. Aber weil er schon ewig keine Probleme mehr damit hatte, hielten wir dieses Thema für erledigt.« Handlungsbedarf also im Meister-Team, wo Cheftechniker Marcus Eschenbacher, wie er grinsend berichtete, »noch ein paar PS zu Hause im Keller hat. Aber die brauchen wir jetzt, wenn wir die Ten-Kate-Jungs wieder in den Griff kriegen wollen.«Auch noch jede Menge Arbeit steckt im Alpha-Technik-Honda-Team um MOTORRAD-Mitarbeiter Markus Barth: »Im Training hatten wir Riesenärger mit der Reifenauswahl. Im Rennen wurde es dann etwas besser.« So stimmte der punktelose Rang 16 vom 20. Startplatz aus noch relativ optimistisch.
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Ergebnisse (Archivversion)

Ergebnis nach 23 Runden = 92,115 km1. Pere Riba (E) Honda 38.40,5582. Piergiorgio Bontempi (I) Yamaha -3,4103. Christian Kellner (D) Yamaha -3,6434. Katsuaki Fujiwara (J) Suzuki -3,9765. Kevin Curtain (AUS) Honda -14,3576. Karl Muggeridge (AUS) Suzuki -19,0397. Christophe Cogan (F) Yamaha -19,9138. Vittoriano Guareschi (I) Ducati -20,4169. Fabrizio Pirovano (I) Suzuki -20,67910. Walter Daemen (B) Yamaha -21,89511. Andrew Pitt (AUS) Kawasaki -21,95012. Paolo Casoli (I) Yamaha -23,03013. Christer Lindholm (S) Yamaha -23,61314. Jan Hanson (S) Yamaha -23,70915. Fabien Foret (F) Honda -25,697Schnitt des Siegers: 142,903 km/hPole Position: Fabien Foret (F) Honda in 1.39,061 min = 145,550 km/h;Schnellste Runde: Riba in 1.40,047 min = 144,112 km/hWM-StandRiba 25Bontempi 20Kellner 16Fujiwara 13Curtain 11Muggeridge 10Cogan 9Guareschi 8Pirovano 7Daemen 6Pitt 5Casoli 4Lindholm 3Hanson 2Foret 1Barth 0

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