Supersport-WM (Archivversion) Teutonengrillfest

Es brauchte zwar zwei längere Meetings, um die Wogen zwischen Hockenheim-Sieger Jörg Teuchert und seinen Alpha-Technik-Yamaha-Mannen einerseits und dem immer noch, wenn auch grundlos aufgebrachten Ducati-Teamchef Davide Tardozzi samt Fahrer Paolo Casoli wieder einigermaßen zu glätten.Aber das Supersport-WM-Rennen in Misano zeigte dann, dass der Konflikt tatsächlich beigelegt ist und vor allem Paolo Casoli seine üblen Drohungen gegen über Jörg Teuchert und Christian Kellner schnell wieder vergessen hatte. Denn ausgerechnet Streithahn Casoli und die beiden deutschen Yamaha-Fahrer machten das Rennen unter sich aus.Aus der zeiten Startreihe von Startplatz fünf aus stürmte Teuchert an die Spitze des Feldes, musste aber schon frühzeitig Casoli und dessen Werks-Ducati vorbeilassen.Christian Kellner konnte in der Frühphase des Rennens noch nicht ganz mit dem Spitzenduo mithalten. »Ich hatte in den ersten sieben Runden gar kein gutes Gefühl für das Motorrad, für die Reifen. Überhaupt war ich noch gar nicht im Rennen.« Ganz orientierungslos aber war der Bayer dennoch nicht, fuhr er doch immerhin vom Rest der wilden Supersport-Welt unbeleckt auf Rang drei einher.Endlich aufgewärmt, ging der deutsche 125er-Meister von 1996 dann energisch zur Sache. Zuerst schloss er die lücke zu den Kampfhähnen an der Spitze. Und dann schnappte er mit aufreizender Respektlosigkeit innerhalb von zwei Runden, jeweils in der gleichen Linkskurve, zuerst seinen Teamkameraden Teuchert und schließlich zum Entsetzen der über 50000 Tifosi auch noch Ducati-Held Casoli.»In dieser Kurve war ich klar schneller als Jörg und Casoli«, erinnert sich der Sieger, »und deshalb wusste ich, dass ich das Rennen gewinnen werde, wenn ich erst einmal an beiden vorbei bin.« Aber nicht nur Christian Kellners erster Sieg in der Supersport-WM war formidabler Grund zum Feiern im Alpha-Technik-VIP-Zelt. Denn außer Sieger Kellner selbst und Casoli fuhren an diesem hochsommerlichen Sonntagnachmittag an der Adria auch alle anderen Supersportler für Teuchert.WM-Spitzenreiter Jamie Whitham auf der Belgarda-Yamaha stürzte ebenso schon in der Frühphase des Rennens wie Weltmeister Stéphane Chambon, der sich zu allem Überfluss auch noch das Schlüsselbein gebrochen hatte.Dies alles brachte Jörg Teuchert an die Tabellenspitze der Supersport-WM. »Jetzt jagen sie natürlich alle mich«, so der Franke, »aber dennoch sehe ich dem Rest der Saison natürlich bester Laune entgegen.«

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