Supersport-WM (Archivversion) Zweit-Schlag

Die Teams baten die Rennleitung nach plötzlich einsetzendem Regen unmissverständlich, sie möge das Rennen abbrechen. Seit Mitte letzten Jahres haben die Fahrer beziehungsweise deren Mannschaften dieses Recht, und so wurde das Rennen nach zehn Runden gestoppt. Für Paolo Casoli leider eine Runde zu früh. Denn mit elf gewerteten Runden hätte er für den Sieg die vollen 25 WM-Punkte einfahren können.So aber kam es zu einem Neustart in strömendem Regen, und der arme Paolo hatte nicht den Hauch einer Chance gegen die entfesselten Yamaha-Helden Jamie Whitham und Jörg Teuchert. Während Whitham unbedrängt in Richtung Gesamtsieg schwamm, pulverisierte der Franke Teuchert von Rang acht heranstürmend seinen Sieben-Sekunden-Rückstand auf Casoli aus dem ersten Rennteil, »bis ich ausgerechnet an der langsamsten Stelle der Strecke gestürzt bin«, schilderte der enttäuschte zweifache deutsche 600er-Meister. »Ich konnte das Motorrad zwar wieder aufheben und noch Elfter werden. Aber ich habe heute den zweiten Platz in den Dreck geschmissen.«Dort lag nur wenig später auch sein Teamkollege Christian Kellner. Der Oberbayer wurde in der 16. Runde auf dem Weg zu einer Top-Sechs-Platzierung von der Suzuki des gestürzten Superstock-Europameisters Karl Harris einfach abgeräumt. Whitham siegte also unangetastet vor Casoli und dem Weltmeister Stéphane Chambon auf Suzuki. Als Erster durchs Ziel gefahren war aber Casolis Teamkollege Ruben Xaus. Der Katalane überholte nach dem Neustart in einer Parforce-Jagd vom letzten Startplatz aus alle seine 27 Gegner.Der Grund von Xaus´ Hinterbänkler-Startposition beim Restart: Vor dem Rennabbruch lag der Spanier in der fünften Runde um eine Motorradlänge vor dem australischen Kawasaki-Jungstar Andrew Pitt, als er auf der Zielgerade ein Abreißvisier von seinem Helm zog und wohl minimal langsamer wurde. Pitt knallte mit Vollgas, also knapp 260 km/h, in die rote Ducati, verbog die Verkleidung seiner ZX-6R nachhaltig – und er wie auch Xaus hatten mit dem Ausgang des Rennen nichts mehr zu tun. Pitts Teamchef Harald Eckl im übrigen warf dem Konkurrenten nichts vor. »Wenn du einem anderen hinten rein fährst, darfst du ihm keine Szene machen.

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