Supersport-WM (Archivversion) Vom Winde verweht

Yamaha Deutschland-Fahrer Jörg Teuchert war als Tabellenführer der Supersport-WM nach Monza gekommen - und dann lief nichts mehr zusammen. Im Zeittraining kam der zweifache deutsche Meister genau wie sein Teamkollege Christian Kellner überhaupt nicht klar. Obwohl die Yamaha R6-Motorräder problemlos funktionierten, tändelten die beiden Deutschen in den Tiefen des Mittelfelds herum. »Wir waren einfach nicht in der Lage, vernünftige Windschatten zu erwischen«, rätselte Teamchef Udo Mark.Im Rennen pfeilten Teuchert von Startplatz 18 und Kellner gar von Rang 23 los, doch schon in der ersten Schikane ging die Misere weiter. »Beim Anbremsen sind vor mir zwei Kawa-Fahrer kollidiert und gestürzt«, erinnert sich der Franke Teuchert, »und hätten mich fast mitgerissen.« Ganz ungeschoren kam er aber nicht davon. Eine der Kawasaki knallte seiner Yamaha vorn links in die Seite, verbog den Kupplungshebel an der R6 und zündete damit eine Zeitbombe.Nach sieben Runden war der WM-Leader gerade an dem ebenfalls überraschend gemächlich auf Rang elf einherrollenden Stéphane Chambon vorbei, seinem Hauptverfolger in der Gesamtwertung, und der Tabellendritte, Kawasaki-Werksfahrer Iain MacPherson, war bereits ausgeschieden. Die Sonne schien endlich aufzugehen für das deutsche Yamaha-Team. Da verendete die Kupplung an Teucherts Maschine, die offenbar seit dem Startcrash mehr und mehr gerutscht war.Sein Rennen war zu Ende, und Kollege Kellner, der in der zweiten Runde mal wieder Probleme mit ihm vor die Füße stürzenden Konkurrenten hatte und in Vermeidung eines bösen Unfalles fast zum Stillstand gekommen war, raste wie ein Besessener mit einer Rekordrunde nach der anderen durchs Hinter- und Mittelfeld. Am Ende reichte es noch zu Rang elf.Derweil zeigten an der Spitze die Kollegen von Yamaha-Niederlande und Belgarda-Yamaha-Italia, was die R6 zu leisten imstande ist. In einer fulminanten Windschattenschlacht über fast die gesamte 16-Runden-Renndistanz gegen die Suzuki-Werksfahrer Fabrizio Pirovano, Cristiano Migliorati und Yves Briguet sowie Honda-France-Pilot William Costes holte sich das internationale Yamaha-Quartett einen Vierfach-Sieg in der Reihenfolge Wilco Zeelenberg, Ruben Xaus, Piergiorgio Bontempi und Massimo Meregalli. Einziger Trost für Teuchert: All diese Gegner lagen bisher in der WM-Tabelle klar zurück.

Artikel teilen

Anzeige

Aktuelle Gebrauchtangebote