Suzuki-GSX-R-European-Cup 2006 (Archivversion) powered by

Ein Wochenendtrip an eine südspanische Rennstrecke, wo eine tipptopp vorbereitete Suzuki GSX-R 750 darauf wartet, zu etlichen flotten Runden ausgeführt zu werden ýÿ was für ein Traum-
szenario für deutsche Motorradfahrer in diesem scheinbar endlosen Winter. Genau das stand für die vier jungen Herren auf dem Programm, die sich am 18. März im Fahrerlager des Circuito de Cartagena eingefunden hatten. Doch für Gero Placheta, 22, Max Sauer, 18, Matti Seidel, 20, und Björn Stuppi, 20, ging es um weit mehr
als ein Freizeitvergnügen. Sie sollten vor einer fachkundigen Jury zeigen, ob sie das Zeug dazu haben, mit einer echten Erfolgsperspektive 2006 im europäischen Suzuki-GSX-R-750-Cup mitzumischen.
Nach Cartagena waren sie eingeladen worden, weil sie einem Aufruf von Suzuki International Europe und MOTORRAD gefolgt waren: Drei junge Talente wurden gesucht, denen Suzuki für alle sechs Rennen der Saison, die jeweils im Rahmen eines Superbike-WM-Laufs ausgetragen werden, kostenlos eine Rennmaschine nebst Mechaniker und Fahrerausrüstung bereitstellen will. Mehr als 300 Zuschriften erreichten die MOTORRAD-Redaktion, aus denen in einer Vorselektion die vier ýÿ nach der Papierform ýÿ aussichtsreichsten Kandidaten gefiltert und nach Spanien gebeten wurden. Dort standen neben vier GSX-R 750 auch die Juroren bereit, die über die endgültige Vergabe der Startplätze zu entscheiden hatten: die Suzuki-IDM-Superbike-Piloten Andy Meklau und Roman Stamm, Bert
Poensgen und Thomas Hannecke aus der deutschen Suzuki-Zentrale und MOTORRAD-Sportredakteur Andreas Schulz. Als Gast mit von der Partie: die 17-jährige Tschechin Marketa Janakova, die für das Team Deutschland im Suzuki-Europa-Cup schon gesetzt war.
Die motorradsportlichen Vorerfahrungen der Cup-Aspiranten deckten das komplette Spektrum ab ýÿ vom reinen Hobbyracer Sauer bis zu Matti Seidel, der 2005 in
der IDM Supersport Top-Ten-Ergebnisse er-
zielen konnte. Gero Placheta hatte bereits im Seriensport einen Viertakter gefahren, Björn Stuppi dagegen kannte nur seine 125er-Junior-Cup-Aprilia.
Das Ergebnis fiel wie erwartet aus. Matti Seidel konnte seine Rennerfahrung schnell in ansprechende Rundenzeiten um-
setzen, während Stuppi der Umstieg vom 125er-Zweitakter auf die 750er zu schaffen machte. Freizeitsportler Sauer fuhr zwar schneller als Stuppi, blieb aber trotzdem mehr als zehn Sekunden hinter der Bestzeit der Viererbande zurück. Die markierte etwas überraschend Gero Placheta, der damit dennoch nicht ganz zufrieden war: ýÿMit einer 600er bin ich hier schon schneller gefahren. Doch ich wollte keinen Sturz riskieren. Es ging ja um mehr als nur dieses eine Wochenende.ýÿ
Um nichts weniger als die ersten Schritte in Richtung Profi-Karriere, die
Placheta und Seidel jetzt tun werden. Der
dritte ausgelobte Cup-Startplatz wurde nicht vergeben ýÿ für Stuppi und Sauer
eine nachvollziehbare Entscheidung. ýÿEs gab wertvolle Kontakte zur Suzuki-Familie,
alles darüber hinaus wäre ein Bonus ge-
wesenýÿ, sagt Stuppi, der noch ein Jahr ADAC-Junior-Cup fahren und sein Training auf Viertaktern verstärken wird. ýÿIch habe die Möglichkeit bekommen, mein Fahrkönnen realistisch einzuschätzenýÿ, fasst Sauer zusammen. Auch für den Jüngsten im Bunde war es ein Fingerzeig in Richtung Zukunft: Eine Laufbahn im Motorradsport ist jetzt erst recht das erklärte Ziel. abs

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