Suzuki-Mechaniker des Jahres (Archivversion) Dreh-Moment

Sie zerlegten, prüften, stellten ein: Die Teilnehmer am Suzuki-Wettbewerb »Mechaniker des Jahres« hatten alle Hände voll zu tun. Gewinnen konnte nur, wer den richtigen Dreh raus hatte.

Wenn Udo Hertrich sich entnervt von seinem Kabelgewirr abwendet, wandert sein Blick automatisch zur Wand gegenüber. Normalerweise spenden von dort freundliche Kalenderdamen Beistand. »Schauen, durchatmen, und dann geht es konzentriert weiter.« Hertrichs Therapie ist einfach und erfolgreich.Nur heute nicht. Statt Wand gibt’s Zeltplane, statt holder Weiblichkeit einen Suzuki-Schriftzug. Hertrich tüfftelt beim Importeur in Heppenheim an der neunten von elf Stationen. Um ihn herum bemühen sich acht weitere Mechaniker - nach einer deutschlandweiten Vorausscheidung ermittelt -, ihre Aufgaben zu lösen. Das Problem, an dem der Singener gerade arbeitet, ist verzwickt. Die 1200er Bandit hat kein Standlicht, alle gängigen Fehlerquellen sind abgecheckt. Also nochmals den Schaltplan studieren. Systematik ist oberste Schrauberpflicht.Genau wie an den anderen Stationen: Von der Dämpfereinstellung an der TL 1000 S bis zur Synchronisation der Einspritzung einer TL 1000 R reicht die Palette. Nervös sind alle. Kein Wunder bei den Preisen. Eine Woche Japan für die beiden Besten, ein Meisterlehrgang für den Dritten, eine Woche Fuerteventura oder eine einwöchige Enduroreise mit dem MOTORRAD ACTION TEAM: Gut geschraubt ist halb gereist.Zur Kaffeezeit sind alle durch. Beim Letztplazierten angefangen, ruft Ludwig Braun, Suzuki-Bereichsleiter Technischer Dienst, die Teilnehmer zu sich. Drei sind noch übrig. Dritter Platz: Michael Abs, Zweirad-Center Nuber in Lindenberg, zweiter: Willi Wetzl vom Suzuki-Shop Ettner in Aichach, erster - Udo Hertrich von Motorrad Hertrich in Singen. Er hat nicht nur den Standlichtdefekt, sondern insgesamt den richtigen Dreh gefunden. Auch ohne die Unterstützung hübscher Damen.

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