Tauziehen um Nakano (Archivversion) Tauziehen um Nakano

Obwohl Kawasaki auch 2007 kaum ein MotoGP-Motorrad der Spitzenklasse haben wird, könnte Shinya Nakano den Grünen treu bleiben.

Eigentlich hatte Shinya Nakano (Foto) vor, Kawasaki den Rücken zu kehren und zu Honda zu gehen. Nur aus finanziellen Gründen – Fortuna-Honda-Teamchef Gresini hat bereits seinen Hauptsponsor für 2007 eingebüßt, Konica-Minolta-Manager Luca Montiron ist nach den schwachen Resultaten von Makoto Tamada drauf und dran, den Geldgeber zu verlieren – bleibt der sparsame, von
Alex Hofmann als
»japanischer Schotte« beschriebene Nakano am Ende wohl doch dort, wo er ist.
Weltmeister dürfte
er mit Kawasaki freilich auch 2007 nicht werden. Die Entwicklung der
neuen 800er stockt, der bei einem europäischen Zulieferer bestellte Zylinderkopf mit pneumatischem Ventiltrieb passt nicht zum Gehäuse, kapitale Schäden sind die Folge. Mittlerweile macht auch Teammanager Harald Eckl keinen Hehl mehr daraus, dass Kawasaki hoffnungslos ins Hintertreffen geraten könnte. Eckl ist überzeugt, Kawasaki wäre besser beraten gewesen, den neuen Motor wie angedacht bei Ilmor einzukaufen.
Seit die Motorenbestellung bei Mario Illien im September 2004 per Handschlag mit dem Kawasaki-Vizepräsidenten besiegelt worden war, vier Monate später aber ohne weitere Erklärung wieder storniert wurde, tobt bei Kawasaki ein erbitterter Kampf zwischen Befürwortern und Gegnern zugekaufter GP-Technologie – mit schmerzhaften Verlusten für Eckl, der
teamintern ins Abseits gedrängt und mit Vorwürfen konfrontiert wurde, er verfolge mit dem Ilmor-Projekt eigene Interessen für die Zeit nach seinem Vertragsende und wolle deshalb seine Mechaniker langfristig an sich binden.
Laut Harald Eckl sind dies haltlose und bösartige Gerüchte. »Es gibt derzeit nichts, was ich meinen
Leuten über 2007 hinaus anbieten könnte. Eskil Suter und Mario Illien haben ihre eigenen Leute, um das Motorrad in Gang zu kriegen, brauchen mich also nicht.
Für 2008 kann es sogar sein, dass ich
mit dem Rennsport ganz aufhöre«, wehrt sich Eckl. »Trotzdem will ich mithelfen,
das Ilmor-Projekt zum Laufen zu bringen, denn die MotoGP-Kategorie braucht
solche frischen Impulse ganz dringend.« fk

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