Team Kawasaki-Eckl (Archivversion) Waldmeister

Zum Angriff auf die Superbike-WM-Krone vertrauen die Strategen von Kawasaki auf Teamchef Harald Eckl und schlugen das Hauptquartier tief im Bayerischen Wald auf.

Die Kleinstadt Vohenstrauß genießt größere Bekanntheit höchstens aus ihrer geographischen Lage an der B 14 nur wenige Kilometer vor dem oft verstopften Grenzübergang Waidhaus nach Tschechien. Genau diesen Flecken am ehemaligen Ende der freien Welt hat sich Industriegigant Kawasaki ausgesucht als Basislager für die Operation Superbike-WM - nicht zufällig oder aus einer Laune heraus allerdings, sondern wegen Harald Eckl.Der frühere 250er Grand Prix-Fahrer führt von seiner Heimatstadt aus seit Saisonbeginn das offizielle Kawasaki-Werksteam in den Kampf um die Superbike-WM. Dazu entstand am Stadtrand von Vohenstrauß eine neue Werkstatthalle für rund eine dreiviertel Million Mark. Die Räumlichkeiten des früheren 125er Aprilia-Grand Prix-Teams waren für die neue Aufgabe zu eng geworden, nicht unbedingt, weil das Eckl-Team sich jetzt mit viel größeren Motorrädern beschäftigen muß als zur Aprilia-Zeit.Vielmehr ist jetzt auch die Präparation der Rennmotoren wesentlicher Bestandteil der Arbeit in den neuen Hallen. So gibt es eine eigene Motorenabteilung samt Prüfstand. Außerdem hat Eckl nach intensiven Verhandlungen den Kawasaki-Oberen deutlich mehr Freiraum in technischen Dingen abgetrotzt als sein am Ende ebenso erfolg- wie lustloser Vorgänger, der US-Amerikaner Rob Muzzy. So werden die 1997er Werks-Kawasaki beispielsweise mit slowenischen Akrapovic-Auspuffanlagen sowie mit Spezialkupplungen aus der Fertigung des Ex-Grand Prix-Rennfahrers Eskil Suter aus der Schweiz ausgerüstet. Darüber hinaus sind Harald Eckl und seine Techniker auch in die technische Weiterentwicklung der Motoren eingebunden. »Die Kooperation mit den Japanern klappt immer besser«, freut sich Eckl, »so haben wir einige vielversprechende Ideen. Die neuen Motoren, die wir seit Hockenheim einsetzen, drehen ja schon 500 Umdrehungen höher. Als nächsten Schritt werden wir auch Drehmoment und Leistung im mittleren Drehzahlbereich weiter verbessern.«Die Kawasaki-Eckl-Fahrer Simon Crafar und Akira Yanagawa werden die Kunde aus dem Wald mit Freude vernehmen. Schließlich geht zwar die Leistungskurve der grünen Reiter im Vergleich zum Vorjahr deutlich nach oben. Der erste Sieg auf dem Weg vom Waldmeister zum Weltmeister steht aber noch aus.

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