Technik: Viertakt-Motortuning (Archivversion) Kein PS zuwenig

ZX-9R, R1, CBR-XX, Hayabusa: Nie waren Motorräder so stark wie heute. Aber immer noch lassen sich durch Feinarbeit Zusatz-Pferde mobilisieren. Thomas Franz, Tuner bei Fischer-Hydraulik in Schramberg, gewährte Einblick in die Grundsätze der Leistungsfindung.

Leistung stinkt nicht. Außerdem schadet sie nicht. Diesen Grundsätzen folgend, kaufen tausende Motorradfahrer Jahr für Jahr potente Big Bikes. Neuester Gipfelpunkt: die Suzuki GSX1300 R Hayabusa, die mit 176 PS eine neue Dimension massenhaft käuflicher Urgewalt eröffnet. Die Fachwelt steht staunend davor und ahnt doch schon, daß auch die Hayabusa nur den vorläufigen Endpunkt einer Geschichte markiert, deren Triebfeder des Menschen Wille nach immer mehr, mehr, mehr ist.Deshalb gibt es auch Motortuner. Kein leichtes Geschäft, erfordert die Leistungsfindung neben profunder Kenntnis moderner Motoren viel Erfahrung und handwerkliches Geschick. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, führt die Balance an der Grenze der Haltbarkeit schon mal zum Motorkollaps. Sind sie es doch, so schüttet so manches Großserienmoped nach vollzogener Handanlegung erstaunliche Mehrkräfte aus - allerdings meist auf Kosten der ABE.Aber woher kommen die Pferde? Anders als bei profitorientierter Großserienfertigung müssen keine Kompromisse in Zusammenbau und Qualität der Einzelteile eingegangen werden. Außerdem muß eine »gemachter« Motor keine zigtausend Kilometer halten, sondern darf im Extremfall - als Renntriebwerk - kurz nach dem Zielstrich seinen Geist aufgeben.Ein Top-Tuner wie Thomas Franz - Telefon 07422/240519 - optimiert die Motorbasis mit einem Aufwand, der unter dem Zeitdruck am Montagefließband niemals realisierbar wäre. Zudem wählt er nach Gewicht und Qualität zueinander passende Bauteile aus oder tauscht sogar ganze Baugruppen. Ein entsprechend penibler Zusammenbau rundet die Arbeiten ab.Prinzipiell verfolgt das Tuning immer die gleichen Ziele, nämlich die Verbesserung der Brennraumfüllung, Ausgleich und Reduzierung rotierender und oszillierender (hin- und hergehender) Massen sowie die Reduzierung der Reibung.Vor allem ersteres steigert die Leistungsfähigkeit, denn wo mehr Gas verbrennt, wird mehr Energie freigesetzt. Ein penibler Massenausgleich vermindert Vibrationen, leichte rotierende oder oszillierende Massen lassen sich mit weniger Kraftaufwand beschleunigen oder abbremsen. Verminderte Reibung schließlich bremst besagte Beschleunigung weniger. Was im einzelnen zu tun ist? Lesen Sie selbst.

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