Technik (Archivversion) Schalldämpfer

Wichtig ist, was hinten rauskommt. Aber wie schafft man, daß wenig Krach rauskommt?

Wer schon einmal ein Formel-1-Rennen live gesehen oder besser gehört hat, ahnt, daß viel Kraft und viel Krach irgendwie in Zusammenhang stehen. Opimale Leistung scheint zwangsläufig mit entsprechend hohem Lärmpegel verbunden zu sein. Für den Rennsport, wo das letzte Quentchen aus den Motoren gequetscht wird, wohl richtig, auf Serienmotorräder jedoch nicht so ohne weiteres übertragbar.Doping durch Racing-Anlagen bringt in seltensten Fällen den gewünschten Muskelzuwachs, das beweist auch jeder Auspufftest in MOTORRAD. Der Grund liegt darin, daß der Gaswechsel moderner Motoren ein komplexes, wohl abgestimmtes Zusammenspiel vieler Komponenten ist. Die Steuerzeiten können zum Beispiel so ausgelegt sein, daß ein gewisser Staudruck im Auspufftrakt das Drehmoment verbessert. Um die aktuellen Geräusch-Grenzwerte einzuhalten, ist eine gewisse Dämpfergröße erforderlich. Kritisch sind dabei große Einzelhubräume, daher ist zum Beispiel der Dämpfer der Aprilia RSV mille solch ein Trum geworden. Außerdem sind Serientöpfe meist relativ schwer, weil sie als Reflektionsdämpfer steif ausgelegt sein müssen, um Schwingungen der Hülle zu minimieren. Nachrüstdämpfer sind meist weniger gewichtig durch leichte Kohlefaser- oder Aluminiumhüllen. Der Kunststoff ist allerdings nicht unkritisch, denn stark dämpfende Auspufftöpfe werden erheblich heißer als Racing-Anlagen, daher kann die Kohlefaserhülle leicht verbrennen. Vor allem dann, wenn isolierende Dämmwolle im Laufe der Zeit verbrannt ist. Deshalb sollten Absorptionsdämpfer gelegentlich neu gestopft werden, sehr gute Dämmwolle liefert zum Beispiel Softech (Telefon 02153/97900). Bei vielen Kohlefaserdämpfern ist die Hülle jedoch reine Show, darunter findet sich ganz normales Leichtmetall oder Edelstahl.

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