Testkriterien

Zwei Tage Nasstest auf der Strecke des Reifenherstellers Kleber in Südfrankreich, ein Tag Handling-Parcours auf der Schwäbischen Alb, ein Tag Kartpiste im Badischen. 60 Radwechsel, 60 Reifenmontagen, zwei Stürze. Reifentests sind nichts für Schattenparker. Aber anders geht’s nicht. Nur identische Strecken- und Temperaturverhältnisse, möglichst unterschiedliche Anforderungsprofile sowie die direkte Abfolge der verschiedenen Reifensätze lassen einen Vergleich zu.

Dennoch bleiben als eine der wenigen messbaren Kriterien die Rundenzeiten bei der Beurteilung. Und die sagen längst nicht alles. Wie viel Risiko musste für die schnellste Runde eingegangen werden? Kann es sein, dass man im Lauf eines Testtags seine Sitzposition unbewusst verändert, wodurch möglicherweise die Grip-Balance, das heißt das Verhältnis von Haftung und Seitenführung von Vorder- und Hinterrad, verändert wird? Letztlich ist es der innere Sensometer der Tester, der registriert und analysiert. Zweifelsfälle kommen in einen zweiten Umlauf. Sicher ist sicher.

Kriterien der Gesamtbeurteilung

Handlichkeit:
benötigte Lenkkraft, um die Maschine in Schräglage zu bringen oder in Schräglage beziehungsweise auf der gewünschten Linie zu halten.

Lenkpräzision:
wird in unterschiedlich schnellen Kurven getestet und gibt Auskunft darüber, ob das Motorrad dem gewünschten Kurs, der über Lenkkräfte vorgegeben wird, folgt oder ob die Linie korrigiert werden muss.

Haftung/Kurven:
Seitenführung in Schräglage auf nasser und trockener Fahrbahn, getestet wird auf einer abgesperrten Strecke.

Haftung/Beschleunigung in Kurven:
Seitenführung und Kraftübertragung in unterschiedlich schnellen Kurven, ebenfalls bei Nässe und Trockenheit.

Kurvenstabilität:
Fahrstabilität bei schneller Kurvenfahrt, in Wechselkurven und bei Bodenwellen.

Grenzbereichverhalten:
Beherrschbarkeit des Reifens im Grenzbereich der Haftung auf nasser und trockener Strecke.

Aufstellneigung:
ein mehr oder weniger starkes Lenkmoment beim Bremsen in Schräglage will das Motorrad aufrichten und muss durch eine Gegenkraft am Lenker ausgeglichen werden.

Lenkerflattern (Shimmy):
mehr oder weniger starke Drehschwingung der Vorderradaufhängung um die Lenkachse im Geschwindigkeitsbereich zwischen 60 und 90 km/h.

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