Textilkombi-Test: Reaktionen der Hersteller (Archivversion)

Herzlichen Glückwunsch zu einem dank richtiger Zutaten gelungenen Test: Sachkenntnis, Know-how, akribische Durchführung und objektive Bewertung so unterschiedlicher Kriterien wie Sicherheit und Praxis. Einziger Kritikpunkt: Auch wenn der Rückenprotektor beim Orlando nur als Zubehör erhältlich ist, hätten Sie ihn der besseren Vergleichbarkeit wegen mit in den Test einbeziehen sollen. BMW ist auch ein bißchen stolz auf das Ergebnis, schließlich haben wir vor genau zehn Jahren den ersten Gore-Tex-Anzug auf den Markt gebracht und damit einen neuen Trend eingeläutet.Hans Sautter, München, BMW Alle Achtung vor dieser Riesen-Arbeit, wir gratulieren zu einem objektiven, praxisbezogenen Test. Die Testergebnisse unseres »Futura« sehen wir mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Das Konzept stammt aus dem Jahr 1993, bei früheren Tests wären wir bestimmt ganz vorn dabei. Um so erstaunlicher, daß er trotz aller zwischenzeitlichen Fortschritte noch »bei den Leuten« ist. Anzumerken ist zu den »unbequemen Protektoren« an den Schultern, daß diese großflächigen Formteile den Zweck haben, auch Schlüsselbein und Schulterpartie optimal zu schützen. Guido Bongartz, Sursee, Schweiz, IxsEin umfangreicher Test, der kaum Fragen unbeantwortet läßt. Trotzdem einige Anmerkungen von Gore:1. Ich bin gegen ein verallgemeinernde Aussage, Leder sei besser als Textil. Schauen Sie sich doch einmal an, was an Lederbekleidung auf dem Markt im Umlauf ist. 2. Ihr Schleiftest hinter dem Auto ist der schwächste Teil im Test. Da es keine relevanten Daten aus der Unfallforschung gibt, fischen alle Versuchsaufbauten mehr oder minder im Trüben. Uns liegen Kombis vor, die bei Stürzen mit 140 km/h ihre Fahrer vor Verletzungen geschützt haben. Was will man mehr?3. Auch Leder kann wasserdicht sein, siehe BMW-Atlantis mit Gore-Tex-Innenanzug.4. Sie schreiben, kein Rennfahrer würde Textil tragen. Bereits 1990 trug Martin Wimmer eine Schoeller-Keprotec-Kombi, mit der er sogar einen Sturz bei 240 km/h unbeschadet überstand.3. Bei Gore wird die Atmungsaktivität nicht nur nach MVTR gemessen, sondern auch nach dem im Test angewendeten »Hohensteiner Hautmodell«. Letzteres wurde sogar in Zusammenarbeit mit unseren Spezialisten entwickelt.Uwe Reichelt, Putzbrunn, GoreLeider war uns vorher nicht klar, daß die Textilanzüge mit Leder verglichen werden sollten. Dazu ist der MQP-Anzug nicht gedacht, und auch die Mitbewerber können kein vergleichbares Abriebverhalten bieten, wie der Test zeigt. Feste Materialien und Verstärkungen machen einen Textilanzug teuer, so daß er nicht billiger ist als eine Lederkombi plus Regenoverall. Warum der getestete Anzug nicht wasserdicht war, werden wir untersuchen. MQP hat eine Garantiestelle, um Reklamationen von Kunden zu beheben. Neue Jacken werden getauscht, ältere können auch nach der Garantiefrist repariert werden. Bianca Levering, Rotterdam, Holland, MQPUns als alte »Lederhasen« hat das Ergebnis im Bereich Sicherheit nicht überrascht. Wir haben nie behauptet, daß Cordura es mit Leder aufnehmen könnte. Wie Sie richtig bemerkt haben, hat eine Textilkombi Multifunktionseigenschaften, die letztlich aktive Sicherheit bringen. Wer in einer Lederkombi schwitzt oder naß wird, wird eher verunfallen als mit einem Textilanzug, in dem man sich wohlfühlt. Unsere Absicht war, eine bezahlbare Textilkombi mit solchen aktiven Sicherheitseigeschaften zu konstruieren. Dies ist uns gelungen, wir haben im Test die günstigste Kombination mit der Bewertung »gut« im Praxistest. Bedanken möchten wir uns für die Anregungen, die wir sorgfältig analysieren und bei Modellmodifikationen berücksichtigen werden.Christian Oberkönig, Beckum, Modeka

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