Todesfalle Bitumen (Archivversion) Todesfalle Titumen

Schlimm genug, dass es auf Deutschlands Strassen immer noch unzählige MotorradfahrerTodesfallen gibt. Bitumenflächen, schon im Trockenen glatt wie Eis, werden bei Regen selbst für routinierte Profis zur Kampfzone ums eigene Leben. Unerträglich, wenn die Verantwortlichen dieser Flickschusterei sich im Fall des Falles dann mit fadenscheinigen Argumenten aus ihrer Schuld herauswinden wollen.
Der Freistaat Bayern versucht das derzeit. Akzeptiert ein Urteil eines Landgerichts nicht und geht in die Revision (siehe Reportage ab Seite 134). Mit nicht nachvollziehbaren Argumenten und den üblichen Vorurteilen gegenüber Motorradfahrern soll ein Mensch vollends in den Dreck gestoßen werden, dessen Leben auf einem Bitumenfleck eine tragische Wendung nahm.
Max Peter Knoblach, Rektor, stürzte mit seiner Kawasaki auf gerader Strecke und prallte gegen einen Baum. Seither sitzt er querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Die Sachlage ist klar, ein Gutachter bestätigt die Unfallursache, doch den Freistaat kümmert das wenig. Statt einen seiner durch Schlamperei des Straßenbauamts in eine tragische Situation gebrachten Bürger zu schützen, will er ihn totprozessieren, bis vor den Bundesgerichtshof gehen.
Für mich ist das eine Schande. Zumal das Straßenbauamt seine Schuld indirekt bereits zugab. Kurz nach dem Unfall wurde der gesamte Straßenabschnitt generalrenoviert. Warum wohl?
Muss denn immer erst etwas passieren, bevor die Behörden reagieren? Speziell im sehr heißen Juli hat es an vielen Stellen,
die mit dem so genannten Anspritz- und Absplittverfahren repariert wurden, das Bitumen an die Oberfläche gedrückt. Hier heißt es aufpassen. Und den zuständigen Straßenbauämter die Stellen zu melden. Dann müssen sie etwas tun.

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