Total normal: Eigenbau mit YamahaTR 1-Motor und Ducati-Fahrwerk (Archivversion) Total normal

Nicht nur Chopper-Fahrer mögen dicke V-Twins. Zweizylinder haben das gewisse Etwas, meint auch Jochen Trappmann, Zweiradmechaniker aus Mülheim. Der passionierte Modellflieger besaß nach diversen luftgekühlten »Gummikühen« einige kleine Enduros, bevor er sich Yamahas ungewöhnlichen Tourer-Versuch TR 1 aus den Achtzigern zulegte. Der Auslöser war ein Bericht über den Umbau des TR 1-Spezialisten Ferdinand März aus der Eifel, der das japanische Triebwerk Ende der achtziger Jahre in ein Chassis aus Bologna gesteckt hatte. »Als mir ein gebrauchter Darmah-Rahmen angeboten wurde, griff ich zu«, erinnert sich der 42-jährige Mülheimer. Die beiden Motorhalteplatten aus Aluminium sägte er mit der Stichsäge zurecht, »´ne Fräse hatte ich damals noch nicht.« Das Grundkonzept des Umbaus stand zwar schon nach etwa sechs Monaten in der heimischen Garage, aber »ich habe dauert dran rumgebosselt, ehrlich.« Die Suzuki-Teile - »ich wollte auf jeden Fall ordentliche Bremsen und Räder mit moderner Bereifung« - stammen von Jochens Arbeitgeber. Das Kombi-Instrument von Touratech war eher eineVerlegenheitslösung, da allein der Ersatz für einen defekten Drehzahlmesser vier blaue Scheine kosten sollte. Etliche Vergaser wurden durchprobiert, bis der Erbauer schließlich wieder auf die Originale zurückgriff. »Mit 44ern ging das Ding obenrum zwar tierisch, aber bei Stadtfahrten kam ich gehörig ins Schwitzen«, erzählt der Besitzer – Verzeihung, Ex-Besitzer. Denn als er sich nach dem Kauf einer neuen BMW R 1100 GS mit Verkaufsabsichten der italienischen Japernerin trug, schlug die Gattin Diana zu: Sie luchste ihrem Jochen die heiße Rote ab und scheucht sie seitdem, so oft es geht, durch den Ruhrpott.

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