Trockenhaftung

Wenn die Varadero rasant ums Eck fegt, machen sich gravierende Unterschiede der einzelnen Reifentypen bemerkbar. In der Disziplin Kurvenverhalten markieren ausgerechnet die beiden Michelin, der Pilot Road als bester und der Anakee als schlechtester Reifen, die Bandbreite. Während sich die zu weichen und quer zur Seitenkraft nochmals unterbrochenen Profilblöcke des Anakee in Schräglage stark verformen und somit die Haftung negativ beeinflussen, bleibt der Pilot Road mit seinem zusammenhängenden Profilbild sehr stabil und baut verlässlichen Grip auf. Im Diagramm ist deutlich zu erkennen, dass der Anakee schon beim Einlenken in die Kurve wegen der indifferenten Lenkung Zeit verliert und am Scheitelpunkt der Kurve, also in der größten Schräglage, 3,2 km/h einbüßt (1). Noch größer ist der Unterschied beim Herausbeschleunigen (2), wo der Anakee durch die Unruhe und Schaukelbewegungen am Heck nicht aus dem Quark kommt (4,2 zu 3,7 m/s2). Am Ende der Geraden (3) fehlen ihm knapp vier km/h in der Höchstgeschwindigkeit zum Klassenprimus. Da stellt sich die Frage, ob für Enduro-Mutanten wie die Varadero eine grobe Profilgestaltung mit ihren negativen Begleiterscheinungen überhaupt noch Sinn macht.

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