Troy Corser testet Yamaha-Werks-Superbike (Archivversion) Neue Kleider

So überraschend der Markenwechsel des zweimaligen Superbike-Weltmeisters Troy Corser kam, so schnell
wurde er vollzogen. Nach seiner Entrohnung durch Ducati-Pilot Troy Bayliss zum Saisonende 2006 war für Corser im Suzuki-Werksteam kein Platz mehr. Mit 36 Jahren nicht mehr zur Riege der aufstrebenden Nachwuchskräfte zählend, zauderte der Australier nicht lange, als ihm ein Angebot des in Italien beheimateten Yamaha-Werksteams auf den Tisch flatterte. Bereits zum ersten Test seines künftigen Arbeitsgeräts in Mugello stand für Corser eine komplett in seinem Design lackierte Yamaha YZF-R1 zur Verfügung.
Unter der rot-weißen Verkleidung steckte freilich ein Motorrad der Generation 2006 – die erste Kontaktaufnahme mit der nächstjährigen R1 ist für den 14. und 15. November im spanischen Valencia vor-
gesehen, dort wird auch sein neuer Teamkollege Noriyuki Haga mit von der Partie sein. »Es ging uns in Mugello zunächst nur darum, eine Grundeinstellung für Fußrasten, Lenkerstummel und die Daumenbremse zu finden«, erklärte Corser, der immerhin 74 Runden auf der Rennstrecke in der Toskana abspulte, »außerdem sollten die Mechaniker ein Gefühl dafür bekommen, wie ich meine Motorräder normalerweise abstimme.« Trotz dieser niedrig gesteckten Ziele gelangen Corser zum Ende des Testtages ohne größere Anstrengungen einige Rundenzeiten, die im Bereich der Haga-Vorgaben für Mugello lagen.
»Das war viel versprechend«, resümierte ein zufriedener Corser, »der Motor fühlt sich im unteren Drehzahlbereich etwas matter an als der der Suzuki, die Charakteristik ist spitzer. Dafür ist das Fahrwerk handlich und beim Bremsen sehr stabil.« Ungewohnt für Corser: Die Öhlins-Fahrwerkskomponenten, was besonders auffiel, als er eine von Hagas Maschinen probierte: »Die war für mich viel zu hart eingestellt.« Was die Entfaltung der Motorleistung
angeht, könnten Corsers Bedenken mit
der 2007er-R1 zerstreut werden. Yamaha wechselt vom bisherigen Fünfventil- zu
einem Vierventil-Zylinderkopf – womöglich kommt dann Suzuki-Feeling auf. abs

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