TT-Unfälle (Archivversion)

No Limits

Generelle Tempolimits sind auf der Isle of Man zwar oft angedacht, aber bis jetzt nicht realisiert worden. Die Lust, Gas zu geben, ist groß. Guy Pickard, Polizeichef der Insel, warnt die deutschen Biker vor besonderen Risiken auf dem Mountain Course.

»In brenzligen Situationen ziehen die Biker vom Kontinent immer instinktiv nach rechts«, beschreibt Verkehrspolizist Steve Grainger den Hauptgrund für die meisten Unfälle bei der Tourist Trophy. Doch auf der Isle of Man herrscht Linksverkehr, der Biker geht also auf Kollisionskurs mit dem Gegenverkehr. Ein Fehler, der nicht nur bei sportlicher Gangart passiert, wenn die Suche nach der Ideallinie die Konzentration des Fahrers fordert. Über viele Jahre auf heimischen Straßen antrainierte Verhaltensweisen lassen sich eben nicht für zwei Wochen im Jahr einfach ablegen.Allein mit Polizeikontrollen ist dieses Problem nicht in den Griff zu kriegen, das wissen auch die Manxmen. Ein Grund, warum Polizeichef Guy Pickard auf Aufklärung setzt. Aber auch auf verstärkte Kontrollen. Denn ganz unbekannt sind Tempolimits nicht einmal im Mekka der Motorradfahrer. Wer in eine der zahlreichen Radarfallen gerät, büßt nicht nur einen beträchtlichen Teil der Reisekasse ein, sondern unter Umständen auch für die Dauer der Tourist Trophy sein Bike. Nämlich dann, wenn er doppelt so schnell unterwegs war wie erlaubt. Auch »ein Platzverweis für künftige TTs« ist drin, erklärt Constable Grainger.Unerbittlich zeigen sich die Ordnungshüter, wenn nach Alkoholgenuß der Heimweg vom Pub auf dem Bike angetreten wird: Neben einer Geldstrafe gibt’s dann freie Kost und Logis im Knast, natürlich ohne Freigang zu den Rennen. Generell gelten für die Fahrt über die Isle of Man die gleichen Regeln wie zu Hause. Mit vorausschauender Fahrweise und angepaßter Geschwindigkeit ist das Unfallrisiko nicht größer als im Schwarzwald. Speziell auf dem 60,7 Kilometer langen Mountain Course gilt aber eine Sonderregel: Unmittelbar vor und nach Trainingsläufen oder Rennen empfiehlt es sich, den Kurs nur in Rennrichtung zu befahren. Viele Möchtegern-Dunlops nutzen diese Minuten, um auf der fast leeren Strecke im Stil ihrer Idole Gas zu geben. Da die Ideallinie nicht unbedingt auf der linken Fahrbahnseite liegt, kann Gegenverkehr tödlich sein. Wer in Rennrichtung unterwegs ist, riskiert zumindest keinen Frontalzusammenstoß. Doch auch so birgt die Fahrt auf der Rennstrecke genug Überraschungen. Traktoren, die plötzlich aus einer Einmündung auf den Kurs einbiegen, sind keine Seltenheit. Schließlich ist der Mountain Course außerhalb der Rennen eine ganz normale Landstraße.
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Isle of Man: TT-Unfälle (Archivversion)

Vier Stellen, an denen es besonders häufig zu Unfällen kommt: 1. Zwischen Greeba Castle und Greeba Bridge. Trotz Tempo-Limit geraten die Fahrer auf die rechte Seite. 2. Ballacrye Bend. Eine schnelle, aber schwer einsehbare Linkskurve. 3. Guthries Memorial. Steigung mit einer Links-Rechts-Kombination. Die zweite Kurve ist nicht einzusehen. Gefährlich, da viele Fahrer vom Festland die Kurve schneiden und in den Gegenverkehr geraten. 4. Keppel-Gate. Schnelle Linkskurve. Bei zu hohem Tempo rutschen viele Fahrer von der Straße in die Böschungsmauer.

Leserreise zur Isle of Man (Archivversion) - Letzte Chance für Spätbucher: Noch sind Plätze frei

Kurzentschlossene haben noch eine Möglichkeit, auf die Isle of Man zu kommen. Das ACTION TEAM hat bei seiner Tour vom 2. bis 13. Juni zum ältesten Straßenrennen der Welt noch wenige Plätze frei. Im Preis von 3490 Mark sind Fährplätze, Übernachtung mit Frühstück im Vier-Sterne-Hotel an der Uferpromenade in Douglas, Rennbesuche, Reiseleitung und Tagestouren enthalten.

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