Tuning: Viertakt-Motortuning (Archivversion) Kurbelwelle, Pleuel und Abtrieb

Um die Kurbelwelle dreht sich buchstäblich das ganze Geschehen im Motor. Nicht nur, daß sie das Hin und her der Kolben in eine Drehbewegung umsetzt, sie treibt auch die Nockenwellen an und leitet die Motorleistung über Primärtrieb, Kupplung und Getriebe an die Kette und schließlich das Rad weiter.Da die Kurbelwelle ein schweres, schnell rotierendes Teil darstellt, sollte sie penibel ausgewuchtet werden, was Vibrationen verringert und die Haltbarkeit erhöht. Weiterhin können die Kurbelwangen durch Abdrehen erleichtert, die rotierende Masse somit verkleinert werden. Die Welle benötigt dann weniger Energie zu ihrer Beschleunigung, der Motor dreht schneller hoch, die Leistung nimmt zu. Allerdings leidet der Rundlauf bei niedrigen Drehzahlen.Es empfiehlt sich, die Kurbelwellen- und Pleuellager - heute zumeist Gleitlager - auf Freigang zu prüfen. Die Welle sollte sich leicht drehen lassen. Falls nicht, nach und nach Lagerböcke lösen, die Passung der betreffenden Lagerschale nacharbeiten. Die Pleuel, die etwa im Verhältnis 2/3 zu 1/3 zu den rotierenden beziehungsweise oszillierenden Massen gehören, sollten wie die Kolben gleiches Gewicht aufweisen und gegebenenfalls angepaßt werden. Kugelstrahlen erhöht durch Oberflächen-Kaltverfestigung die Festigkeit, viele Pleuel sind für hohe Festigkeit bereits nitriert. Kostspielig, aber sinnvoll bei hohen Drehzahlen und zur Leistungsfindung sind leichte Schmiedepleuel - gern auch aus Titan -, welche die oszillierenden und rotierenden Massen des Motors stark herabsetzen können.In die gleiche Richtung zielt die Erleichterung der Kupplung, spanend am Primärzahnrad oder durch Einsatz von Alu- anstelle von Stahlscheiben.

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