Tuning: Viertakt-Motortuning (Archivversion) Kolben und Zylinder

Kolben und Zylinder bieten in mehrfacher Hinsicht Potential. Zunächst kann der Hubraum durch Aufbohren der Zylinder vergrößert werden. Dies ist besonders einfach bei Graugußbuchsen, wobei die Wandstärke nicht zu dünn werden darf. Moderne, beschichtete Alu-Zylindern müssen nach dem Aufbohren und Honen neu beschichtet werden. Die Zylinder sollten zum Kurbelgehäuse hin Aussparungen zum Druckausgleich gegen Pumpverluste bieten (Bild). Zur Reibungsreduzierung empfiehlt sich oft eine Vergrößerung des Kolbenspiels. Selbst bei beschichteten Alu-Zylindern lassen sich durch Honen zwei, drei Hundertstel Millimeter gefahrlos abtragen.Die Kontur des Kolbenbodens hat großen Einfluß auf die Gemischverwirbelung im Brennraum, in den er zumeist hineinragt. Zwischen Kolbenboden und Zylinderkopf liegen »Quetschflächen«, zwischen denen das Gemisch im oberen Hubbereich regelrecht herausgequetscht und so besser verwirbelt wird. Der Abstand zwischen Kopf und Kolben an diesen Flächen sollte möglichst klein, darf aber nicht zu klein sein (Elastizität der Bauteile unter Einfluß der Massenkräfte).Bei stark geplantem Kopf oder stark vergrößertem Nockenhub müssen die Ventiltaschen in den Kolbenböden nachgefräst werden, um eine Berührung zwischen Kolben und Ventil zu verhindern. Die Kolben selbst sollten (mit Bolzen und Ringen) auf gleiches Gewicht gebracht und, wenn möglich, erleichtert werden - schließlich stellen sie den Löwenanteil der oszillierenden Massen. Die Wandstärke muß immer groß genug bleiben, das Bolzenauge darf nicht geschwächt werden. Konisches Ausdrehen der Kolbenbolzen verringert ebenfalls die oszillierenden Massen.

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