Uffelmann, Horst: Interview (Archivversion) Interview

Horst Uffelmann, 44, Teamleiter Technischer Dienst, bei Kawasaki Deutschland, zu Abgasgrenzwerten.

?Die 1997er Modelle von Kawasaki erfüllen bereits jetzt europaweit erst geplante Abgasgrenzwerte. Führt Kawasaki in Sachen Umweltverträglichkeit bei den japanischen Herstellern?Wir sind ein klein wenig stolz, als erster und einziger japanischer Hersteller unser komplettes 1997er Modellprogramm mit Abgaswerten anbieten zu können, die die geplanten Grenzwerte von Euro 1 schon jetzt unterschreiten. Wir hoffen, daß wir aufgrund dieser technischen Änderung auch mehr Fahrzeuge absetzen können.?Warum hat sich Kawasaki zu diesem Schritt entschlossen?Wir wollen Kawasaki-Kunden die Möglichkeit geben, Fahrzeuge zu kaufen, mit denen sie auch noch bei Smog-Alarm fahren können. Dies ist mit unseren neuen Modellen möglich, da die meisten Bundesländer Motorräder, die die Euro 1 unterschreiten, als schadstoffarme Fahrzeuge anerkennen. Darüber hinaus möchten wir aber auch einen kleinen Beitrag leisten, der zur Reduzierung des gesamten Schadstoffausstoßes, der durch den Individualverkehr verursacht wird, beiträgt.?Mit welcher Technik unterschreitet Kawasaki die Grenzwerte?Wir verwenden bis auf drei Motorräder das Kawasaki »Clean Air System«. Das ist ein Nachverbrennungssystem, bei dem durch Membranventile gesteuert Frischluft in die Auslaßkanäle eingeblasen wird. Hierbei kommt es zu einer chemischen Reaktion, was zur Reduzierung der Schadstoffe führt. Durch das Clean Air System unterschreiten wir die Grenzwerte nach Euro 1 erheblich. Bei drei Modellen mit relativ kleinen Hubräumen haben wir durch Änderungen an der Vergaserabstimmung und durch andere Zündkennlinien die Werte erreicht.?Wie will Kawasaki die Euro 2-Norm des Jahres 2000 erfüllen?Zur Zeit sind noch keine Grenzwerte Euro 2 im Rahmen der EU-Betriebserlaubnis festgelegt. Wir können daher nicht sagen, mit welchen Mitteln wir nicht bekannte Grenzwerte unterschreiten können.?Für den Industrieverband Motorrad ist die momentane gesetzliche Lage in der EU ein »lähmender Zustand«. Sehen Sie das auch so?Wir schließen uns der Meinung des IVM an, da wir dringend wissen müssen, in welche Richtung sich die Abgas- und Geräuschgrenzwerte im Rahmen der EU-Betriebserlaubnis entwickeln. Da für die Entwicklung von neuen Fahrzeugen eine Zeit von zirka zwei Jahren berücksichtigt werden muß, sind besonders die geplanten Grenzwerte für Euro 2 für die Industrie sehr wichtig, um mit einer entsprechenden Vorlaufzeit die Systeme für die Abgasreinigung festlegen zu können.

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