Umweltverträglichkeit von Motorrädern: Report (Archivversion) EU-Initiative

Das EU-Parlament hat am 14. Februar für eine neue Abgasrichtlinie für motorisierte Zwei- und Dreiräder gestimmt. Die beinhaltet im wesentlichen Folgendes:Festschreibung der Emissionsgrenzwerte ab 1. 1. 2003 (Euro-2): 5,5 g/km CO, 1,2 g/km HC, 0,3 g/km NOx.Festlegung einer weiteren Stufe verbindlicher Emissionsgrenzwerte ab 1. 1. 2006 (Euro-3): 2,3 g/km CO, 0,2 g/km HC, 0,15 g/km NOx.Einführung des Pkw-Testzyklus (NEFZ) mit Kaltstart und Geschwindigkeiten bis 120 km/h ab 1.1.2006 (siehe Diagramm nächste Seite).Steuerliche oder finanzielle Anreize für die Nachrüstung älterer Motorräder auf Euro-1 oder Euro-2-Stand sollen geschaffen werden und Motorräder, die schon früher die Grenzwerte für 2006 einhalten, steuerlich gefördert werden.Ab 1. 1. 2006 müssen neue motorisierte Zwei-und Dreiräder mit mehr als 150 cm3 Hubraum mit einem On-Board-Diagnose-oder Mess-System zur Überprüfung der Schadstoffemissionen ausgestattet sein.Die Typgenehmigungen müssen die Funktionstüchtigkeit der emissionsmindernden Einrichtungen (also etwa von Katalysatoren oder Sekundärluftsystemen) nachweisen. Und zwar: ab 1. 1. 2003 für drei Jahre und 30000 Kilometer, ab 1. 1. 2006 für fünf Jahre oder 50000 Kilometer, je nachdem, welches Kriterium zuerst erreicht wird.Ab 1. 1. 2003 soll eine Feldüberwachung zur Einhaltung der Bestimmungen in der Praxis eingeführt werden, wahrscheinlich in Form einer periodischen Abgasuntersuchung.Geländemotorräder (Enduro-und Trialmaschinen) sind von den neuen Grenzwerten vorläufig befreit.CO2-Ausstoss und Benzinverbrauch sind zu erfassen, und es wird vorgeschlagen, Grenzwerte zu erarbeiten.Der Entscheidungsprozess innerhalb der EU ist mit der ersten Lesung vom 14. Februar noch längst nicht abgeschlossen. Zunächst geht der Beschluss wieder in den EU-Ministerrat. Wenn der Änderungen vornimmt, muss das Parlament in zweiter Lesung entscheiden. Danach ist wiederum der Ministerrat an der Reihe, der voraussichtlich noch vor der Sommerpause und noch unter dem Vorsitz von Schweden tagen wird. Danach landet der Vorschlag für die Abgasrichtlinie, falls keine Einigung erzielt wurde, beim Vermittlungsausschuss, in dem Ministerrat und Parlament gleichberechtigt vertreten sind. Wie streng der Kompromiss ausfallen wird und ob überhaupt Grenzwerte für 2006 verbindlich festgesetzt werden, ist also noch offen.

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